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Website selbst pflegen: die monatliche Viertelstunde

Pflege ist Routine, kein Projekt: die monatliche Viertelstunde mit fester Reihenfolge, dazu der Jahres-Durchgang. Ehrlich und ohne Technikstudium.

Der Launch ist durch, die Seite steht, alle sind erleichtert. Und dann passiert das Übliche: nichts. Websites sterben selten an schlechter Technik. Sie verstauben, weil niemand mehr draufschaut. Die Öffnungszeiten stimmen nicht mehr, das Formular ist seit März kaputt, die „Aktuelles“-Sektion grüßt aus einem anderen Jahr.

Die Gegenmaßnahme ist unspektakulär: eine feste Viertelstunde im Monat, immer in derselben Reihenfolge. Kein Projekt, keine Agentur, kein Technikstudium. Hier ist die Routine, Minute für Minute. (Falls deine Seite noch gar nicht steht, fang beim Guide Webseite selbst erstellen an und komm danach wieder.)

MINUTE 1–4
Durchklicken
Einmal wie ein Kunde, am Handy. Formular testen.
MINUTE 5–9
Inhalte
Stimmen Zeiten, Preise, Team noch?
MINUTE 10–13
Technik
Updates einspielen. Backup davor.
MINUTE 14–15
Notieren
Was fiel auf, was kommt nächsten Monat dran?

Minute 1 bis 4: Durchklicken wie ein Kunde

Öffne deine Seite am Handy, nicht am Rechner. So kommen die meisten Besucher an, und dort geht am ehesten etwas kaputt. Klick dich einmal durch alle Seiten: Lädt alles, sitzen die Bilder, führen die Links wohin? Dann der wichtigste Handgriff der ganzen Routine: Schick dir selbst eine Nachricht über dein Kontaktformular und prüf, ob sie ankommt.

Die Stolperstelle: das kaputte Formular. Niemand besucht die eigene Website freiwillig, und Kunden, deren Nachricht im Nichts landet, rufen nicht an, um Bescheid zu sagen. Sie gehen zum Nächsten. Ein Formular kann nach einem Update, einem Anbieterwechsel oder einer E-Mail-Umstellung stillschweigend aufhören zu funktionieren, und genau das fällt ohne Test monatelang niemandem auf.

Minute 5 bis 9: Inhalte gegen die Wirklichkeit halten

Jetzt der Abgleich: Öffnungszeiten, Preise, Leistungen, Team, Telefonnummer. Alles, was sich in deinem Geschäft geändert hat, gehört auf die Seite. Veraltete Angaben sind nicht neutral, sie kosten Vertrauen: Wer vor verschlossener Tür steht, obwohl die Website „geöffnet“ sagt, kommt nicht wieder. Denk auch an Saisonales, von Urlaubszeiten bis zur Aktion im Dezember.

Die Stolperstelle: die „Aktuelles“-Sektion. Sie wirkt beim Bauen wie eine gute Idee und wird dann nicht gefüttert. Sei ehrlich mit dir: Wenn du weißt, dass du nichts Neues schreiben wirst, lösch die Sektion. Eine Seite ohne News wirkt gepflegt. Eine mit News von vor zwei Jahren wirkt aufgegeben.

Minute 10 bis 13: Technik, mit Netz

Was hier zu tun ist, hängt vom Unterbau ab. Beim Baukasten spielt der Anbieter die Updates selbst ein, dann ist dieser Block bei dir kurz. Bei WordPress und anderen selbst gehosteten Systemen gehören Updates für System und Plugins zu deinem Job. Die eine Regel dazu: erst Backup, dann Update. Viele Hoster sichern automatisch; prüf einmal, ob das bei dir wirklich aktiv ist, bevor du dich darauf verlässt.

Zwei unauffällige Fristen hängen außerdem an der Technik: die jährliche Domain-Verlängerung und das SSL-Zertifikat. Beides läuft normalerweise automatisch, solange dein Kundenkonto beim Anbieter stimmt. Eine abgelaufene Kreditkarte im Kundenkonto ist der langweiligste Weg, eine Website offline zu nehmen.

Die Stolperstelle: Updates aufschieben. Aus „mach ich nächste Woche“ werden Monate, dann stehen zwanzig Updates an und du traust dich nicht mehr, weil irgendwas brechen könnte. Dabei sind veraltete Plugins das klassische Einfallstor, über das kleine Websites gekapert werden. Monatliche Häppchen sind ungefährlicher als der jährliche Kraftakt.

Minute 14 und 15: Notieren statt merken

Die letzten zwei Minuten: aufschreiben, was dir aufgefallen ist. Fotos wirken alt, eine neue Leistung fehlt, ein Text stimmt nicht mehr ganz. Das ist die Liste für den nächsten Monat oder den Jahres-Durchgang. Wirf im selben Zug einen Blick auf dein Google-Unternehmensprofil: Stimmen die Zeiten auch dort, gibt es neue Bewertungen? Eine Antwort auf eine Bewertung dauert zwei Sätze. Wie du das Profil grundsätzlich aufstellst, steht im Artikel über das Google-Unternehmensprofil.

Die Stolperstelle: „bei Gelegenheit“. Was keinen festen Platz im Kalender hat, passiert nicht. Leg dir einen Termin an, gleicher Tag jeden Monat, und behandle ihn wie einen Kundentermin.

Einmal im Jahr: der große Durchgang

Zusätzlich zur Monats-Routine lohnt ein Jahres-Durchgang, eine Stunde reicht meist. Impressum und Datenschutzerklärung gegenlesen: Stimmen Anschrift, Rechtsform und die Liste der eingesetzten Tools noch? Fotos prüfen: Zeigt die Team-Seite noch das aktuelle Team? Die wichtigsten Texte einmal laut lesen, alte Seiten löschen statt horten. Und einmal im Jahr auf die Verträge schauen: Was du für Domain, Hosting und Co. laufend zahlst, habe ich im Artikel über laufende Website-Kosten aufgeschlüsselt.

MONATLICH · 15 MINUTEN
  • Am Handy durchklicken
  • Formular-Testnachricht an dich selbst
  • Zeiten, Preise, Team abgleichen
  • Updates einspielen, Backup davor
  • Google-Profil und Bewertungen
  • Auffälligkeiten notieren
JÄHRLICH · 1 STUNDE
  • Impressum und Datenschutz gegenlesen
  • Fotos und Team-Seite aktualisieren
  • Wichtigste Texte laut lesen
  • Alte Seiten löschen statt horten
  • Verträge und laufende Kosten prüfen

Der kurze Weg

Das hier ist der Teil, in dem ich dir meine Lösung zeige. Die Viertelstunde oben bleibt ehrlich: Sie funktioniert, wenn man sie sich nimmt. Genau daran scheitert es in der Praxis am häufigsten, und deshalb ist bei meinen Website-Projekten die Pflege fest eingebaut. Technik, Sicherheit und Änderungen halte ich laufend aktuell; Neuigkeiten schickst du mir einfach per Nachricht.

Dein Teil der Routine schrumpft damit auf das, was wirklich nur du weißt: melden, wenn sich in deinem Geschäft etwas ändert. Den Rest übernehme ich.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich meine Website aktualisieren?

Als Routine reicht eine Viertelstunde im Monat mit fester Reihenfolge, dazu einmal im Jahr ein größerer Durchgang von etwa einer Stunde. Entscheidend ist der feste Termin, nicht die Dauer.

Muss ich bei einem Baukasten überhaupt etwas pflegen?

Die Technik-Updates übernimmt dort der Anbieter. Inhalte, der Formular-Test und dein Google-Unternehmensprofil bleiben trotzdem dein Job, denn die veralten von allein.

Was passiert, wenn ich Updates lange aufschiebe?

Veraltete Systeme und Plugins sind das klassische Einfallstor für Angriffe auf kleine Websites. Außerdem wird das Nachholen riskanter, je mehr sich staut. Monatlich in kleinen Schritten ist sicherer.

Woran merke ich, dass mein Kontaktformular kaputt ist?

Ohne Test oft gar nicht: Besucher, deren Nachricht verloren geht, melden sich nicht. Deshalb gehört eine monatliche Testnachricht an dich selbst in die Routine.

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