Fotos für die Website selbst machen: Handy reicht, wenn du diese Regeln kennst
Echte Handy-Fotos schlagen jedes Stock-Bild, wenn Licht und Motivwahl stimmen. Die Schuss-Liste, die drei wichtigsten Handgriffe und die ehrliche Grenze zum Profi.
Stock-Fotos erkennt jeder Besucher in einer halben Sekunde, und sie erzählen nichts über dich. Die gute Nachricht: Für eine Firmen-Website brauchst du keinen Fotografen und keine Kamera. Das Handy in deiner Tasche reicht, wenn du ein paar Regeln kennst.
Die wichtigste vorweg: Die Kamera ist fast nie das Problem. Das Licht ist es. Dieser Guide gibt dir die Schuss-Liste für deine Website, die Licht-Grundregel und drei Handgriffe, die den Unterschied machen. Am Ende steht, klar gekennzeichnet, der kurze Weg über mich. Die Anleitung funktioniert auch ohne ihn.
Die Schuss-Liste
Eine Firmen-Website braucht keine hundert Bilder, sondern vier Motiv-Gruppen. Erstens Gesichter: dich und die Leute, mit denen Kunden zu tun haben. Zweitens Arbeit im Prozess: Hände am Werkstück, das Beratungsgespräch, der Alltag. Drittens Ergebnisse: fertige Arbeiten oder Produkte, ordentlich und ohne Chaos im Hintergrund. Viertens den Ort: außen (damit man dich findet und wiedererkennt) und innen (damit man weiß, was einen erwartet).
Mit je zwei, drei brauchbaren Bildern pro Gruppe ist eine komplette Website bestückt. Warum echte Bilder so viel wichtiger sind als Deko-Bilder, steht im Artikel über Key Visuals im Blog: Zeig ein Bild, wenn es etwas zu zeigen gibt.
Licht ist der halbe Job
Fast jedes schlechte Firmen-Foto ist ein Licht-Problem: Deckenlicht von oben macht Schatten unter den Augen, der Blitz macht flache, harte Gesichter, dunkle Räume machen körniges Rauschen.
Die Regel dagegen ist einfach: Tageslicht, seitlich vom Fenster. Stell dich oder dein Motiv so, dass das Fensterlicht von der Seite kommt, nicht von hinten. Deckenlicht aus, Blitz aus. Und für Außenaufnahmen ist ein bewölkter Tag dein Freund: Die Wolken wirken wie ein riesiger Diffusor, nichts glänzt, nichts säuft in harten Schatten ab. Praller Mittagssonnenschein ist schwieriger als jedes Grau.
Drei Handgriffe, die den Unterschied machen
Erstens: Linse putzen. Klingt banal, ist aber der häufigste Grund für milchige Handy-Fotos; die Linse steckt den ganzen Tag in Taschen und an Fingern. Einmal mit dem T-Shirt drüber, und das Bild ist schärfer als mit jedem Filter.
Zweitens: ran gehen statt zoomen. Ohne echte Tele-Linse rechnet der Digitalzoom das Bild nur hoch und macht es matschig; neuere Handys mit eigener Tele-Kamera zoomen ein Stück weit sauber. Zwei Schritte auf das Motiv zu sind trotzdem immer die sichere Variante.
Drittens: jedes Motiv doppelt und mehrfach. Einmal quer (für breite Website-Bereiche), einmal hoch (für schmale Spalten und Handy-Ansichten), und davon jeweils mehrere Aufnahmen. Beim Fotografieren kostet das Sekunden. Beim Website-Bauen entscheidet es darüber, ob ein Bild in den vorgesehenen Platz passt oder beschnitten werden muss, bis nichts mehr übrig ist.
Porträts ohne Krampf
Niemand mag gestellte Fotos vor weißer Wand, und man sieht ihnen das Unbehagen an. Der Trick: Lass dich bei der Arbeit fotografieren, an deinem echten Arbeitsplatz, von jemandem, dem du vertraust. Sprich dabei mit der Person hinter der Kamera. Die besten Bilder entstehen zwischen den Posen, nicht in ihnen. Und mach viele Aufnahmen: Von zwanzig Bildern ist eins gut, und das reicht.
Nachbearbeiten: wenig, aber gezielt
Es braucht keine Bildbearbeitungs-Kenntnisse. Drei Dinge in der Foto-App des Handys reichen: den Ausschnitt begradigen (schiefer Horizont wirkt schief, auch wenn niemand sagen kann, warum), die Helligkeit leicht anheben, fertig. Von starken Filtern rate ich ab: Sie altern schlecht und machen aus echten Fotos wieder Deko. Fürs Hochladen gilt: Bilder vorher verkleinern, ein Foto in voller Handy-Auflösung ist um ein Vielfaches größer, als eine Website braucht. Viele Baukästen und CMS verkleinern beim Upload automatisch; prüf einmal, ob deins das tut.
Wann sich der Profi doch lohnt
Ehrliche Grenze: Ein Team-Tag mit vielen Personen, die alle gleichzeitig gut aussehen sollen, ist mit dem Handy Glückssache. Food-Fotografie ist ein eigenes Handwerk, bei dem Licht und Styling über Appetit entscheiden. Und wenn Bilder dein Verkaufsargument sind, etwa im Portfolio eines Handwerks mit Anspruch, verdient das Budget. Für alles andere gilt: Ein echtes, ordentliches Handy-Foto schlägt das schönste Stock-Bild, weil es das zeigt, was Besucher sehen wollen. Dich.
Der kurze Weg
Das hier ist der Teil, in dem ich dir meine Lösung zeige, ganz transparent. Bei meinen Webdesign-Projekten füllst du ein Briefing aus, ich arbeite deine Anfrage aus und baue die Seite so, dass deine Handy-Fotos wirken: richtiger Ausschnitt, richtige Größe, richtige Stelle. Und wenn im Projekt ein Motiv fehlt, sage ich dir konkret, welches Foto du nachliefern solltest, statt ein Stock-Bild einzusetzen. Die Anleitung oben bleibt trotzdem der richtige Weg, wenn du alles selbst machst. Wie der Rest des Selbstbaus funktioniert, steht im Guide Webseite selbst erstellen.
Häufige Fragen
Reicht ein Handy wirklich für Website-Fotos?
Für die allermeisten Firmen-Websites ja. Aktuelle Handys liefern mehr als genug Qualität. Entscheidend sind Licht, Motivwahl und ein aufgeräumter Hintergrund, nicht die Technik.
Was ist der häufigste Fehler bei selbst gemachten Firmen-Fotos?
Schlechtes Licht: Deckenlicht von oben oder Blitz von vorn. Die Lösung kostet nichts: ans Fenster stellen, Tageslicht seitlich einfallen lassen, Kunstlicht aus.
Wie groß sollten Bilder für die Website sein?
Deutlich kleiner als die volle Handy-Auflösung. Verkleinere Bilder vor dem Hochladen oder prüfe, ob dein Baukasten oder CMS das automatisch übernimmt. Zu große Bilder sind eine der häufigsten Ladezeit-Bremsen.
Sollte ich Stock-Fotos als Ergänzung nutzen?
Sparsam bis gar nicht. Besucher erkennen Stock-Bilder sofort, und sie sagen nichts über deinen Betrieb. Lieber weniger Bilder, aber echte. Eine Lücke ist ehrlicher als ein fremdes Lächeln.
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