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Website-Wartung: was ein Pflegevertrag wirklich enthält

Wartung bezahlt vier Arbeiten: Updates, Backups, Erreichbarkeit, Inhaltsänderungen. Wie viel davon anfällt, entscheidet die Technik deiner Seite, nicht der Anbieter.

Nach dem Launch kommt die Rechnung, die im Angebot nicht stand. Ein Wartungsvertrag, 100 Euro im Monat, Laufzeit ein Jahr. Und die berechtigte Frage: Wofür eigentlich, die Seite steht doch?

Die kurze Antwort: Wartung ist kein Sammelposten, sondern bezahlt vier Arbeiten. Updates, Backups, Überwachung der Erreichbarkeit und inhaltliche Änderungen. Wie viel davon tatsächlich anfällt, entscheidet die Technik deiner Seite. Bei einem Content-Management-System ist ein Pflegevertrag echte, wiederkehrende Arbeit. Bei einer statisch gebauten Seite ist er ein Abo auf sehr wenig.

Was Wartung überhaupt heißt

Hinter dem Wort stecken vier ziemlich verschiedene Blöcke, und die meisten Angebote werfen sie in einen Topf:

Updates.

Content-Management-System, Erweiterungen, Theme, darunter die PHP-Version des Servers. Das ist der Block, der bei einem CMS wirklich jeden Monat anfällt.

Backups.

Regelmäßig, außerhalb des Servers gelagert, und mindestens einmal testweise zurückgespielt. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Behauptung.

Erreichbarkeit.

Überwachung, ob die Seite läuft und das SSL-Zertifikat gültig ist. Kostet fast nichts und fällt sonst erst auf, wenn ein Kunde anruft.

Inhaltliche Änderungen.

Neue Öffnungszeiten, ein ausgetauschtes Foto, ein neuer Mitarbeiter. Das ist der Block, den Kunden meinen, wenn sie „Betreuung" sagen, und der in technischen Wartungsverträgen am häufigsten fehlt.

Wenn du ein Angebot vor dir hast, ist der erste nützliche Schritt, es entlang dieser vier Blöcke zu lesen. Von den Verträgen, die Kunden mir zeigen, decken die meisten den ersten und dritten Punkt ab, den vierten selten und den zweiten oft nur als Zeile ohne Regel.

Warum die Technik den Preis bestimmt

WordPress läuft laut W3Techs (Abruf 29. August 2026) auf 40,7 Prozent aller Websites und auf 58,9 Prozent aller Seiten, deren CMS bekannt ist. Die Chance ist also hoch, dass deine Seite dazugehört, und dann ist der Wartungsbedarf real. Ein WordPress mit einem Dutzend Erweiterungen bekommt laufend Updates, von denen jedes einzelne etwas kaputt machen kann. Deshalb gehört zu ordentlicher Wartung nicht nur „Update klicken", sondern hinterher nachschauen, ob die Seite noch tut, was sie soll.

Warum das nicht optional ist, zeigt der Blick auf infizierte Seiten. Sucuri hat für seinen Hacked Website Report 2023 knapp 40.000 bereinigte Websites ausgewertet: Bei 39,1 Prozent war das CMS zum Zeitpunkt der Infektion veraltet, und 13,97 Prozent hatten mindestens eine Erweiterung oder ein Theme mit bekannter Sicherheitslücke installiert. Das sind keine Ausnahmefälle, das ist der Normalweg hinein.

Eine statisch gebaute Seite hat diese Angriffsfläche nicht, weil sie keine Datenbank und keine ausführbaren Erweiterungen im Netz stehen hat. Bei ihr besteht Wartung im Wesentlichen aus Hosting, Domain, Erreichbarkeit und dem Einpflegen von Inhalten. Genau deshalb sind Preise zwischen zwei Anbietern oft nicht vergleichbar: Der eine kalkuliert monatliche Update-Arbeit, der andere nicht.

Was in einem Pflegevertrag stehen sollte

Am Markt bewegen sich die Angebote laut Agentur-Preislisten (Stand August 2026) grob so: einfache Pakete mit Updates und Backups 50 bis 100 Euro im Monat, Verträge mit Sicherheits-Monitoring und Support 100 bis 200 Euro, Pakete mit Testumgebung und garantierten Reaktionszeiten 200 bis 300 Euro. Der Preis allein sagt wenig. Diese sechs Punkte sagen mehr:

Eine Leistungsliste mit Rhythmus.

Nicht „regelmäßige Updates", sondern was in welchem Abstand passiert.

Reaktionszeit im Störfall.

Für die Seite ist der Unterschied zwischen vier Stunden und drei Werktagen der eigentliche Wert des Vertrags.

Die Backup-Regel.

Wie oft, wie lange aufbewahrt, wo gelagert, und wer im Ernstfall zurückspielt.

Enthaltene Änderungen.

Wie viele Stunden oder Tickets pro Monat, und was mit ungenutzten passiert.

Kündigungsfrist.

Lange Laufzeiten sind nur dann berechtigt, wenn dafür auch etwas Langfristiges geleistet wird.

Zugänge und Eigentum.

Domain, Hosting, CMS-Administrator: Diese Zugänge sollten auf dich laufen, unabhängig davon, wer sie bedient. Sonst ist ein Anbieterwechsel kein Wechsel, sondern ein Neubau.

Was Wartung nicht ist

Die häufigste Enttäuschung nach einem Jahr Vertrag: Die Seite ist gepflegt, aber es hat sich nichts verbessert. Das liegt daran, dass Wartung den Zustand hält und nicht den Wert steigert. Neue Inhalte, bessere Sichtbarkeit bei Google, ein zusätzlicher Bereich für eine neue Leistung: All das ist Weiterentwicklung und gehört in ein eigenes Budget, egal wie das Paket heißt.

Wartung ist auch keine Nachbesserung für das, was beim Start niemand geprüft hat. Was vor dem Livegang durchzugehen ist, steht in der Abnahme-Runde. Und Wartung repariert keine Grundsatzprobleme. Wenn die Seite auf dem Handy nicht funktioniert oder aus einem Baukasten stammt, den es so nicht mehr gibt, hilft kein Update-Rhythmus. Wie du unterscheidest, ob deine Seite gepflegt werden muss oder erneuert, steht im Beitrag Website veraltet? Erst diagnostizieren.

Wann du keinen Vertrag brauchst

Es gibt Fälle, in denen ein Pflegevertrag ehrlich gesagt Geld verbrennt. Wenn deine Seite statisch gebaut ist, du sie selbst pflegen willst und Hosting plus Domain ohnehin auf dich laufen, dann kaufst du dir mit dem Vertrag vor allem ein gutes Gefühl. Der Aufwand, den es tatsächlich braucht, passt bei so einer Seite in eine Viertelstunde im Monat. Wie die aussieht, steht Punkt für Punkt im Guide Website selbst pflegen.

Die Grenze verläuft dort, wo du im Ernstfall nicht handlungsfähig bist. Wenn die Seite ausfällt, während du auf einer Baustelle stehst, nützt dir die schönste Anleitung nichts. Wer Aufträge über die Seite bekommt, kauft mit dem Vertrag im Kern nicht Updates, sondern jemanden, der abnimmt.

Wie ich es mache

Vorweg, ich bin hier nicht neutral: Bei mir gibt es keinen separaten Wartungsvertrag, weil die Pflege im Modell schon drinsteckt. Eine Seite kostet 549 Euro Einrichtung und danach 49 Euro im Monat, monatlich kündbar. Darin sind Hosting, Backups, Support und die technische Pflege enthalten; Änderungen, die ich baue, buchst du bei Bedarf als Tickets dazu, Texte und Bilder änderst du selbst im Dashboard. Der Grund für diesen Zuschnitt ist weniger nobel, als er klingt: Ich baue statisch, damit fällt der teuerste Wartungsblock weg, und was übrig bleibt, kann ich pauschal anbieten. Wie das Webdesign-Abo im Ganzen aussieht, steht auf der Angebotsseite.

Was das für dich heißt, unabhängig davon, bei wem du landest: Frag vor dem Vertrag, welche Technik unter deiner Seite liegt, und lass dir die vier Blöcke einzeln beziffern. Die Gesamtrechnung über mehrere Jahre, inklusive Hosting, Domain und Änderungen, habe ich im Beitrag zu den laufenden Kosten aufgeschlüsselt.

Fazit

Ein Pflegevertrag ist kein Pflichtkauf und kein Abzocke-Modell, sondern ein Preis für vier klar benennbare Arbeiten. Ob er sich lohnt, hängt an der Technik deiner Seite und daran, wie schnell dir im Ernstfall jemand helfen muss. Lies das Angebot entlang der vier Blöcke, achte auf Reaktionszeit und Zugänge, und lass dir Weiterentwicklung nicht als Wartung verkaufen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Wartungsvertrag für eine Website?

Nach den Preislisten deutscher Agenturen (Stand August 2026) liegen einfache Pakete mit Updates und Backups bei 50 bis 100 Euro im Monat, Verträge mit Sicherheits-Monitoring und Support bei 100 bis 200 Euro, Pakete mit Testumgebung und garantierten Reaktionszeiten bei 200 bis 300 Euro. Vergleichbar werden die Preise erst, wenn du weißt, welche Technik gewartet wird.

Was ist in einem Website-Wartungsvertrag enthalten?

Üblich sind Updates von System und Erweiterungen, Backups, Überwachung der Erreichbarkeit und des SSL-Zertifikats. Inhaltliche Änderungen wie neue Öffnungszeiten oder Fotos sind oft nicht dabei, obwohl Kunden genau das meinen, wenn sie von Betreuung sprechen.

Braucht eine Website ohne CMS auch Wartung?

Sie braucht weniger. Ohne Datenbank und Erweiterungen entfällt der Update-Block samt der damit verbundenen Sicherheitslücken. Übrig bleiben Hosting, Domain, Erreichbarkeit und das Einpflegen von Inhalten. Das ist eher eine Viertelstunde im Monat als ein Wartungspaket.

Ist SEO in der Wartung enthalten?

In der Regel nicht, und das ist auch richtig so. Wartung hält den Zustand der Seite. Sichtbarkeit bei Google, neue Inhalte und zusätzliche Funktionen sind Weiterentwicklung und gehören in ein eigenes Budget.

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