Speisekarte online: wo Gäste sie suchen und wie du nur eine Stelle pflegst
Gäste lesen die Karte in Maps, am QR-Code und auf der Website. Pflege sie an einer Stelle, lass alle anderen darauf zeigen, und wähle das Werkzeug nach dem Pflegeweg.
Gäste lesen deine Speisekarte, bevor sie kommen. Auf dem Handy, meist direkt aus Google Maps heraus, manchmal über den QR-Code am Tisch des letzten Besuchs. Die Frage ist deshalb nicht, ob deine Speisekarte online gehört. Die Frage ist, an welchen Orten sie auftaucht, und wie viele Stellen du pflegen musst, damit überall dasselbe steht.
Die kurze Antwort: Pflege deine Speisekarte an genau einer Stelle, am besten auf deiner eigenen Website, und lass alle anderen Orte dorthin zeigen: das Google-Unternehmensprofil, den QR-Code, die Instagram-Bio, die Bestellplattform. Welches Werkzeug du dafür nimmst (ein QR-Dienst, ein PDF, eine echte Seite), ist die zweite Frage. Sie entscheidet sich daran, wie du im Betrieb ohnehin arbeitest.
Die vier Orte
Speisekarte online: die vier Orte, an denen Gäste sie suchen
Aus meinen Gastro-Projekten sind es vier Orte, und die meisten Betriebe bespielen nur einen davon bewusst.
Google-Unternehmensprofil und Maps.
Der erste Kontakt für fast jeden, der „Restaurant“ plus Stadtteil sucht. Dort gibt es einen eigenen Speisekarten-Bereich, dazu Fotos, die Gäste selbst hochladen. Wer hier nichts hinterlegt, überlässt die Karte den Handyfotos seiner Gäste, oft mit Preisen von vorletztem Jahr.
Deine Website.
Der Ort, den du vollständig kontrollierst: Darstellung, Aktualität, kein fremdes Logo daneben. Hierher gehört die vollständige Karte.
Der QR-Code am Tisch.
Seit den Corona-Jahren normal. Er zeigt entweder auf deine Website oder auf einen QR-Dienst mit eigener Adresse.
Plattformen.
Lieferando, Reservierungsdienste, Bewertungsportale. Sie zeigen deine Karte in ihrem Rahmen, teils mit Bestellfunktion und Provision.
Vier Orte, aber nur eine Karte. Wer an allen vier einzeln Preise nachträgt, tut es an dreien irgendwann nicht mehr. Die erste Entscheidung ist deshalb, welcher Ort die Quelle ist und welche nur darauf verweisen. Das Format kommt danach.
Google-Profil
Speisekarte im Google-Unternehmensprofil hinterlegen
Das Google-Unternehmensprofil hat für Gastronomie einen eigenen Menüeditor. Er steht laut Google-Hilfe nur Betrieben der Lebensmittel- und Gastronomiebranche zur Verfügung und bietet drei Wege:
- Gerichte einzeln eintragen, mit Abschnitten (Vorspeisen, Hauptgerichte, Getränke), Beschreibung und Preis. Änderungen brauchen 24 bis 48 Stunden, bis sie in Maps und der Suche erscheinen.
- Foto oder PDF der Karte hochladen. Google liest daraus per KI Abschnitte, Gerichte und Preise. Die Funktion ist als experimentell gekennzeichnet, braucht ein scharfes, kontrastreiches Foto der ganzen Karte auf einer Seite und eine Zustimmung zu Zusatzbedingungen. Google selbst rät, das Ergebnis zu prüfen, bevor es steht.
- Link zur Speisekarte. Eine URL, die auf deine Website oder deinen QR-Dienst zeigt.
Mein Rat für die Praxis: Weg 3 immer, Weg 1 für die Klassiker. Der Link sorgt dafür, dass Google-Nutzer bei deiner aktuellen Karte landen. Die einzeln eingetragenen Gerichte sorgen dafür, dass du bei Suchen nach „Schnitzel“ oder „vegan“ in deinem Viertel überhaupt auftauchen kannst. Wie du den Rest des Profils mit wenig Aufwand pflegst, steht in der 80/20-Anleitung fürs Google-Unternehmensprofil.
Eigene Website
Speisekarte auf der eigenen Website: PDF, Foto, Text oder Hybrid
Auf der Website landen die Gäste, die es genauer wissen wollen: die ganze Karte, der Mittagstisch, die Frage nach glutenfrei. Vier Formen sind üblich, und sie sind nicht gleich gut.
Das Foto der gedruckten Karte
Schnell hochgeladen, auf dem Handy unlesbar, für Google leer, und niemand merkt, wenn es veraltet. Falls das dein Stand ist, nimm aus diesem Beitrag vor allem eins mit: Ersetz das Foto.
Das PDF
Der Klassiker, weil die Karte fürs Drucken ohnehin als Datei existiert. Der Vorteil ist real: eine Datei, ein Stand, online wie auf dem Tisch. Die Nachteile sind genauso real: Auf dem Handy heißt PDF herunterladen, zoomen, wischen, und der Weg zurück zur Website ist weg, sobald der Viewer offen ist. Google indexiert PDFs zwar, aber bei Suchen nach einzelnen Gerichten oder dem Mittagstisch ranken fast immer echte Seiten, nicht Dateien.
Die Karte als Text auf einer Seite
Gerichte, Beschreibungen und Preise als echter Text, Kategorien als Zwischenüberschriften, ein Platz für Tages- oder Wochenangebote. Für Gäste die angenehmste Form: lesbar ohne Zoomen, durchsuchbar, schnell. Für die Auffindbarkeit die beste. Der Haken sitzt in der Pflege: Ohne ein Dashboard, in dem du Preise selbst änderst, veraltet die Seite, weil du für jede Änderung jemanden anrufen musst. Eine Textkarte ist nur so gut wie ihr Pflegeweg.
Der Hybrid aus der Praxis
Für Heindorf Catering aus Leipzig habe ich eine Mischform gebaut, weil dort die Wochenkarte sowieso als PDF entsteht. Der Inhaber lädt die neue Karte in seinem Dashboard hoch, die Website rendert daraus beim Veröffentlichen ein scharfes Bild und zeigt es direkt auf der Bistro-Seite. Kein Download, kein Zoomen, kein doppeltes Pflegen. Ein CMS mit einzeln gepflegten Gerichten wäre hier zu viel gewesen: Der Betrieb denkt in der Wochenkarte als Datei, also bleibt die Datei der Pflegeweg. Die Klassiker, Öffnungszeiten und der Allergen-Hinweis stehen zusätzlich als Text daneben, damit Suche und Screenreader etwas zu lesen haben.
Das Prinzip ist übertragbar: Pflege in dem Format, das der Betrieb ohnehin nutzt. Anzeige in der Form, die Gäste am wenigsten Arbeit kostet.
QR-Dienste
Digitale Speisekarte mit QR-Code: was die Dienste kosten, und wem die Adresse gehört
Wer „Speisekarte online“ googelt, landet auf Anbietern wie Speiso, qr-speisekarte.de oder MENURY. Das Versprechen ist überall gleich: Karte anlegen, QR-Code drucken, Preise jederzeit vom Handy ändern. Ein paar Zahlen zur Einordnung, Stand September 2026 laut den Anbieterseiten:
- qr-speisekarte.de: kostenlos bis 20 Einträge, Pro-Tarif 5 Euro im Monat oder 50 Euro im Jahr. Die Karte liegt unter einer Adresse des Anbieters (app.qr-speisekarte.de/restaurant/…).
- Speiso: 17 Euro im Monat oder 149 Euro im Jahr, 14 Tage kostenlos testbar. Dazu KI-Import aus PDF oder Foto, bis zu sieben Übersetzungen, Allergen-Kennzeichnung, Zugriffs-Statistik.
Das ist für viele Betriebe ein fairer Deal, und ich sage das als jemand, der Websites baut: Ein Imbiss mit dreißig Gerichten und ohne eigene Website ist mit einem solchen Dienst besser bedient als mit einem Foto auf Facebook. Die Karte ist lesbar, aktuell, und die Pflege dauert Minuten.
Zwei Dinge solltest du trotzdem wissen. Erstens: Die Adresse gehört dem Anbieter. Steht sie auf tausend gedruckten Tischaufstellern und im Google-Profil, ist ein Anbieterwechsel eine Druckerei-Rechnung. Lass den QR-Code deshalb auf eine Adresse deiner eigenen Domain zeigen (etwa deine-domain.de/karte), die du bei Bedarf umleitest. Dafür brauchst du eine eigene Domain, die Weiterleitung selbst kostet nichts extra, und du bleibst unabhängig. Zweitens: Die Karte auf dem Anbieter-Server hilft deiner Website bei Google nicht. Wer mit „Mittagstisch“ plus Stadtteil gefunden werden will, braucht die Gerichte als Text auf der eigenen Seite. Für ein Restaurant, das ohnehin eine Website plant, ist der QR-Dienst deshalb meist ein Umweg. Was auf so eine Website sonst gehört, steht im Beitrag zur Restaurant-Website.
Eine Randnotiz zu den Vorlagen-Diensten, die bei derselben Suche auftauchen (Adobe Express, Online-Druckereien): Die erzeugen die gedruckte Karte, keine Online-Speisekarte. Für den Tisch sinnvoll, für Google Maps bedeutungslos.
Pflichtangaben
Was auf jede Online-Speisekarte gehört
Unabhängig vom Werkzeug gibt es Angaben, die auf keiner Karte fehlen sollten. Zwei davon regelt der Gesetzgeber, den Rest die Gäste.
Preise mit allem drin.
Die Preisangabenverordnung (§ 13 PAngV) verlangt für Gaststätten ein Preisverzeichnis, dessen Preise Bedienungsgeld und sonstige Zuschläge enthalten, dazu einen Auszug am Eingang. Eine Online-Karte mit anderen Preisen als am Tisch fällt spätestens an der Rechnung auf.
Allergene.
Die 14 Hauptallergene müssen nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) auch bei loser Ware ausgewiesen werden. Die deutsche Durchführungsverordnung (LMIDV) lässt dafür drei Formen zu: schriftlich, elektronisch oder mündlich mit einer Dokumentation, die auf Nachfrage vorliegt. Speiso hängt die Kennzeichnung direkt ans Gericht, viele Betriebe zeigen online einen Hinweis auf die Liste im Haus.
Ein Stand-Datum.
„Karte gültig ab 1. September“ ist die billigste Vertrauensmaßnahme, die es gibt. Sie sagt dem Gast, dass jemand die Karte pflegt, und dir, wann du sie zuletzt angefasst hast.
Das, wonach gesucht wird.
Mittagstisch, Frühstück, vegane Gerichte, Kindergerichte: alles, wonach Gäste gezielt googeln, verdient eine eigene Überschrift, nicht eine Fußnote im PDF.
Reihenfolge
Speisekarte online erstellen: die Reihenfolge
Wenn du heute anfängst, mach es in dieser Reihenfolge. Sie ist unspektakulär, aber sie verhindert den häufigsten Fehler: eine schöne Karte, die nach drei Monaten falsche Preise zeigt.
- Pflegeweg festlegen. Wer ändert Preise, wie oft, und in welchem Format entsteht die Karte im Betrieb ohnehin (Datei, Kassensystem, Kopf)? Das Werkzeug richtet sich danach, nicht umgekehrt.
- Quelle bestimmen. Ein Ort ist die Quelle: die eigene Website, oder solange es die nicht gibt, der QR-Dienst.
- Eigene Adresse dazwischenschalten. Der QR-Code und der Link im Google-Profil zeigen auf deine Domain, nie direkt auf einen Anbieter.
- Google-Profil füllen. Link zur Karte plus die Klassiker als einzelne Gerichte.
- Einmal im Monat auf dem eigenen Handy prüfen. Lädt die Karte, stimmen die Preise, funktioniert der Weg zurück?
Wenn dir Schritt 1 schwerfällt, ist das die eigentliche Information: Dann fehlt nicht die Technik, sondern die Routine. Wie du eine Website ohne Fremdhilfe aktuell hältst, habe ich im Beitrag Website selbst pflegen beschrieben.
Umsetzung
Wie ich das umsetze
Bei jedem Gastro-Projekt plane ich den Pflegeweg der Karte vor dem Design. Manchmal ist das ein Dashboard mit Gerichten und Preisen, manchmal der PDF-Upload wie bei Heindorf, manchmal nur eine gut gepflegte Textseite plus QR-Code auf die eigene Adresse. Was davon passt, hängt am Betrieb, nicht am Werkzeug. Was ich für Restaurants, Cafés und Caterer baue und wie so ein Projekt abläuft, steht auf der Seite Webdesign für Gastronomie.
Kurz: PDF ist bequem für dich, Text ist bequem für Gäste und Google, der QR-Dienst ist bequem für den Start. Wähle nach dem Pflegeweg, halte die Adresse in eigener Hand, und lass alle Orte auf dieselbe Karte zeigen.
Häufige Fragen
Wie stelle ich meine Speisekarte online?
Am einfachsten in drei Schritten: Karte als Text auf einer Seite deiner Website (oder, ohne Website, bei einem QR-Dienst), den Link im Google-Unternehmensprofil hinterlegen, und den QR-Code am Tisch auf eine Adresse deiner eigenen Domain zeigen lassen. Gepflegt wird dann nur an einer Stelle.
Reicht eine digitale Speisekarte mit QR-Code vom Anbieter?
Für einen Imbiss oder ein Café ohne eigene Website ja, und die Dienste kosten wenig (Stand September 2026: qr-speisekarte.de gratis bis 20 Einträge, Speiso 17 Euro im Monat). Zwei Grenzen: Die Adresse gehört dem Anbieter, und die Karte hilft deiner eigenen Website bei Google nicht.
Wie kommt die Speisekarte ins Google-Unternehmensprofil?
Über den Menüeditor, der für Gastronomie-Kategorien freigeschaltet ist. Drei Wege: Gerichte einzeln eintragen, ein Foto oder PDF hochladen (Google liest es per KI aus, experimentell) oder einen Link zur Karte setzen. Änderungen brauchen laut Google 24 bis 48 Stunden.
Reicht ein PDF als Online-Speisekarte?
Wenn du es zuverlässig aktuell hältst: besser als ein Foto. Rechne aber damit, dass Handy-Gäste beim Zoomen abspringen und deine Gerichte in lokalen Google-Suchen kaum eine Rolle spielen. Die Klassiker und der Mittagstisch gehören zusätzlich als Text auf die Seite.
Welche Angaben müssen auf eine Online-Speisekarte?
Preise, die Bedienungsgeld und Zuschläge enthalten (Preisangabenverordnung, § 13), und eine Allergen-Information zu den 14 Hauptallergenen nach LMIV, die schriftlich, elektronisch oder mündlich mit Dokumentation erfolgen darf. Dazu sinnvoll: ein Stand-Datum und eigene Überschriften für alles, wonach gezielt gesucht wird.
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