← Blog

Restaurant-Website erstellen: vom Gast her geplant

Der Gast kommt von Google und entscheidet in wenigen Minuten. Was eine Restaurant-Website können muss, damit sie neben Profil und Instagram nicht zur dritten veralteten Kopie wird.

Wenn jemand heute Abend bei dir essen will, beginnt das selten auf deiner Website. Es beginnt bei Google: Maps öffnen, Fotos ansehen, Bewertungen überfliegen, Öffnungszeiten prüfen. Deine Website ist in diesem Ablauf eine Station von mehreren, und sie wird nur angeklickt, wenn sie etwas liefert, das die anderen Stationen nicht haben.

„Brauche ich als Restaurant überhaupt eine Website?" führt deshalb nicht weit. Die Frage, die weiterhilft: Was muss die Website können, damit sie neben Google-Profil und Instagram mehr ist als die dritte, älteste Kopie derselben Informationen? Wer eine Restaurant-Website erstellen will, plant sie am besten vom Ablauf des Gastes her.

Der Gast kommt von Google

Das ist zunächst eine Beobachtung aus Projekten, keine Studie: Gäste entscheiden am Handy, in wenigen Minuten, und der Weg führt fast immer über den Maps-Eintrag. Auf die Website wechseln sie für drei Dinge: die vollständige Speisekarte, die Reservierung und Detailfragen wie Gruppengröße, Parkplätze, Hunde oder die Frage, ob man mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut hineinkommt.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Die Website muss die verlässlichste Quelle sein. Stehen dort andere Öffnungszeiten als bei Google, glaubt der Gast keiner von beiden, und ein Gast, der einmal vor verschlossener Tür stand, reserviert beim nächsten Mal woanders. Eine veraltete Website hängt darum nie neutral im Netz. Sie schadet aktiv.

Arbeitsteilung mit dem Google-Profil

Das Google-Unternehmensprofil ist für die Fakten zuständig: Adresse, Zeiten, Telefonnummer, erste Fotos, Bewertungen. Diese Pflege ist Pflicht und kostet nichts, wie du das Profil sauber aufsetzt, steht in einem eigenen Beitrag.

Die Website übernimmt, was das Profil nicht kann. Sie erzählt in deiner Reihenfolge, was für ein Ort das ist: mit echten Fotos vom Raum, vom Team und von Tellern, die tatsächlich aus deiner Küche kommen. Dafür braucht es keinen Fototermin für vierstellige Beträge, brauchbare Fotos bekommst du auch selbst hin. Sie zeigt die Speisekarte in lesbarer Form; ob als gepflegtes PDF oder eigene Seite, samt aller Fallstricke, habe ich im Beitrag zur Online-Speisekarte durchgespielt und wiederhole es hier nicht. Und sie beherbergt zwei Dinge, die das Profil nicht kann: die Reservierung ohne Umweg und die Anlass-Seiten, zu denen wir noch kommen.

Reservierung: drei ehrliche Stufen

Ein Reservierungssystem braucht längst nicht jedes Haus. Einen klar benannten Reservierungsweg braucht jedes. Drei Stufen, alle drei legitim:

Stufe 1: Telefon. Für viele Häuser völlig ausreichend. Bedingung: Die Nummer steht prominent auf der Website, die Zeiten stimmen, und der Anrufbeantworter sagt außerhalb der Zeiten an, wann man durchkommt. Ein Gast, der zweimal niemanden erreicht, probiert es kein drittes Mal.

Stufe 2: Die Reservierungsanfrage. Ein kurzes Formular mit Datum, Uhrzeit, Personenzahl und Rückrufnummer, ehrlich als Anfrage beschriftet: bestätigt wird per Rückruf oder Mail. Das kostet keine Software, funktioniert auch um 23 Uhr, wenn die Entscheidung für morgen fällt, und niemand erwartet eine Sofortzusage, solange du es nicht „Buchung" nennst.

Stufe 3: Das echte Reservierungssystem. Mit Tischverwaltung und sofortiger Bestätigung, sinnvoll ab dem Punkt, an dem das Telefon zur Belastung wird. Hier lohnt ein Blick auf die Konditionen. Ein Beispiel: Bei OpenTable kostet das Einstiegspaket laut Anbieter- und Ratgeberangaben (Stand Mai 2026) rund 99 Euro im Monat, dazu 1,50 Euro für jeden Gast, der über das Portal-Netzwerk kommt. Reservierungen über deine eigene Website sind dagegen inkludiert. Genau darin liegt der Hebel: Jeder Gast, der direkt bei dir reserviert, kostet dich keine Vermittlungsgebühr. Die Website ist dein günstigster Reservierungskanal, das Portal der teuerste. Manche Anbieter werben außerdem mit Festpreis ohne Gebühr pro Gast; die Preismodelle ändern sich laufend, vergleiche also mit aktuellen Zahlen. Und prüfe, ob dein System Partner von „Reserve with Google" ist: Dann erscheint der blaue Reservieren-Button direkt in Suche und Maps, vorausgesetzt, du hast ein Google-Unternehmensprofil.

Die Pflege-Frage entscheidet, bevor das Design beginnt

Die häufigste Todesursache von Restaurant-Websites ist nicht schlechtes Design. Es ist der Feiertag, den niemand eingetragen hat.

Öffnungszeiten in der Gastronomie sind beweglich: Betriebsferien, geschlossene Gesellschaft, Küche früher zu, der Montag, der jetzt doch Ruhetag ist. Deshalb gehört vor jede Design-Entscheidung die Pflege-Frage: Wer trägt das ein, und wie lange dauert es? Wenn die Antwort „der Webdesigner, per Mail, irgendwann" lautet, wird die Website verlässlich veralten, und dann kippt ihre Wirkung ins Negative. Zeiten, Karte und die Zeile für Sonderfälle („24.12. geschlossen, 25.12. ab 12 Uhr") müssen ohne Techniker änderbar sein, vom Handy aus, in zwei Minuten. An diesem Kriterium entscheidet sich, ob die Website ihre Quelle-der-Wahrheit-Rolle halten kann.

Anlässe: die unterschätzten Seiten

Viele Restaurant-Websites, die mir in Projekten begegnen, bestehen aus Startseite, Karte und Kontakt. Dabei kommen die wertvollsten Anfragen oft über einen anderen Weg: Jemand sucht einen Ort für eine Geburtstagsfeier, ein Firmenessen, einen Brunch mit zwölf Leuten. Wer für solche Anlässe eine eigene Seite hat, mit konkreten Angaben zu Raumgröße, Menü-Optionen, Zeitfenstern und einem Anfrageweg, taucht für diese Suchen auf und macht die Entscheidung leicht. Eine Feier mit dreißig Gästen füllt einen Abend besser als jede Laufkundschaft, und die Konkurrenz um diese Suchen ist nach meiner Beobachtung klein: Solche Seiten machen Arbeit, entsprechend selten werden sie gebaut.

Das gilt genauso für den Mittagstisch, das Frühstück oder vegane Optionen: Alles, wonach Gäste gezielt suchen und was auf einer PDF-Karte unsichtbar bleibt, verdient einen eigenen, auffindbaren Platz auf der Website.

Selbst bauen oder machen lassen?

Technisch bekommst du eine Restaurant-Website heute mit jedem Baukasten hin, und für manchen Betrieb reicht das ehrlich aus. Der Prüfstein ist die Pflege-Frage von oben, nur umgedreht: Wenn du dir zutraust, Zeiten, Karte und eine Feier-Seite selbst anzulegen und über Monate aktuell zu halten, spricht wenig gegen den Eigenbau. Machen lassen lohnt, wenn die Website mehr leisten soll: durchdachte Anlass-Seiten, eine Karte, die Google lesen kann, ein Reservierungsweg, der zu deinem Ablauf passt, und trotzdem ein Dashboard, in dem du die Zeiten selbst änderst. Was Webdesign kostet und wovon der Preis abhängt, habe ich separat aufgeschlüsselt. Ich baue solche Websites für Gastronomen, inklusive selbst pflegbarer Zeiten und Karte, Details unter Webdesign für Gastronomie.

Die Messlatte bleibt in beiden Fällen dieselbe: ein Gast mit Handy, heute Abend, hungrig. Findet er in wenigen Minuten heraus, was es gibt, ob offen ist und wie er einen Tisch bekommt, funktioniert deine Website. Alles Weitere ist Kür.

Häufige Fragen

Reichen Google-Profil und Instagram nicht aus?

Für die Fakten und den ersten Eindruck ja. Es fehlen die lesbare Karte, der Reservierungsweg ohne Vermittlungsgebühr und die Anlass-Seiten für Feiern oder Gruppen. Dazu gehören Profil und Account den Plattformen, die Website gehört dir.

Was kostet ein Reservierungssystem?

Je nach Anbieter und Modell: OpenTable nennt für das Einstiegspaket rund 99 Euro im Monat plus 1,50 Euro pro Gast aus dem Portal-Netzwerk, Reservierungen über die eigene Website sind inkludiert (Stand Mai 2026). Manche Anbieter werben mit Festpreis ohne Gebühr pro Gast. Vergleiche mit aktuellen Zahlen, die Modelle ändern sich laufend.

Speisekarte als PDF oder als eigene Seite?

Wichtiger als das Format ist, dass die Karte aktuell und am Handy lesbar ist. Die Abwägung samt Hybrid-Lösung steht im eigenen Beitrag zur Online-Speisekarte.

Brauche ich professionelle Fotos?

Nicht zwingend. Echte Fotos aus deinem Haus schlagen fremdes Stockmaterial immer, auch wenn sie selbst gemacht sind. Tageslicht, ein aufgeräumter Ausschnitt und Teller, die wirklich aus deiner Küche kommen, reichen für den Anfang.

Pappelbaum Design

Deine eigene Website — ab 100 €

Professionelles Webdesign, persönlich gebaut und ohne Agenturumweg — vom Onepager bis zum Relaunch. Direkt mit mir, transparent zum Festpreis. Der erste Schritt kostet nichts.

Auch interessant

Webdesign9. August 2026

Hotel-Website: Direktbuchung statt Portal-Provision

Webdesign4. August 2026

Wie läuft ein Webdesign-Projekt ab? Vier Phasen, klare Rollen

Webdesign2. April 2026

Was beinhaltet Webdesign? Leistungen, Grenzen und was danach kommt

Mehr aus dem Blog