Website erstellen lassen: Ablauf, Dauer, Kosten — am echten Beispiel
Freelancer, Agentur oder Abo: was eine Website 2026 kostet, wie der Ablauf wirklich aussieht — und warum der Engpass meist nicht der Dienstleister ist.

Die Frage, die dich hierher gebracht hat, zuerst: Eine Website erstellen zu lassen kostet 2026 bei Freelancern meist 800 bis 5.000 Euro, bei Agenturen 3.600 bis 18.000 Euro. Dazu kommen Miet-Modelle ab etwa 50 Euro im Monat. Das ist eine absurde Spanne — und sie hat einen Grund: Du kaufst keinen Gegenstand. Du kaufst einen Prozess, und der Preis hängt davon ab, wie viel von diesem Prozess jemand anderes für dich erledigt. Für die Dauer gilt dasselbe: Sie hängt mehr an dir als am Dienstleister — dazu unten mehr.
Vorweg, der Transparenz halber: Ich verkaufe selbst Websites, ab 100 Euro Einrichtung plus 49 Euro monatlich. Neutral ist dieser Artikel also nicht. Dafür zeige ich dir den Ablauf an einem echten Projekt statt an einem ausgedachten — inklusive der Stelle, an der es in fast jedem Projekt hakt.
Was „erstellen lassen" kostet — die ehrliche Spanne
Die üblichen Wege, Stand Juli 2026:
- Freelancer: meist 800 bis 5.000 Euro einmalig, bei Stundensätzen von 50 bis 120 Euro. Gut für überschaubare Projekte mit direktem Draht.
- Agentur: meist 3.600 bis 18.000 Euro, Stundensätze 100 bis 200 Euro. Dafür Konzept, Design, Technik und SEO aus einer Hand — sinnvoll, wenn die Website ein zentraler Vertriebskanal ist.
- Miete/Abo: 50 bis 300 Euro monatlich plus Einrichtung. Kein großer Einmalbetrag, dafür läuft die Zahlung, solange die Seite läuft.
Wichtiger als die Zahl auf dem Angebot sind die Kosten danach: Hosting, Domain, Wartung, Änderungen. Was da über die Jahre zusammenkommt, habe ich im Artikel über laufende Website-Kosten aufgeschlüsselt — die Einmalzahlung ist selten der teuerste Teil.
Der Ablauf — an einem echten Projekt
Damit das nicht abstrakt bleibt: nachhilfe-mit-else.de, ein Onepager für private Einzelnachhilfe in Leipzig, live seit dem 16. Juli 2026. Auch hier volle Offenlegung: Else ist Familie, die Seite war ein kostenloses Referenzprojekt. Der Ablauf war trotzdem derselbe wie bei zahlenden Kunden — genau deshalb taugt sie als Beispiel.
- Briefing. Keine Technik-Fragen, sondern: Wer bist du, wen willst du erreichen, was sollen Besucher tun? Bei Else: Anfragen für Probestunden — und eine klare Abgrenzung von den großen Nachhilfe-Ketten.
- Designrichtung. Vor dem Bau werden Stimmung, Farben und Schrift abgestimmt. Bei Else wurde es Salbeigrün — bewusst nicht das Blau, das jede Nachhilfe-Kette benutzt. Diese eine Abstimmung vorab spart die teuerste Art von Nacharbeit: die an der falschen Richtung.
- Bau. Der Onepager: Hero, Fächer, Ablauf, Über-mich, Preise, FAQ, Kontakt — plus Impressum und Datenschutz. Dazu das Unsichtbare: saubere Überschriften-Struktur, Meta-Daten, strukturierte Daten für Google, damit die Seite bei „Nachhilfe Leipzig" überhaupt mitspielt.
- Vorschau und Feedback. Du bekommst einen Link zur fertigen Vorschau, klickst dich durch und sagst, was passt und was nicht. Am Bildschirm, nicht auf dem Papier.
- Inhalte und Go-Live. Echte Texte, Preise, Fotos und Impressumsdaten kommen rein, die Domain wird verbunden, die Seite geht live.
Danach pflegt Else ihre Inhalte selbst über ein Dashboard: Preis ändern, speichern, nach Freigabe ist es online. Für alles Größere bin ich dran.
Wie lange dauert das?
Die unbequeme Wahrheit: Der Code ist selten der Engpass. Ein Onepager ist in wenigen Tagen gebaut. Was den Kalender füllt, sind die Wartezeiten dazwischen — Texte, die noch fehlen, Fotos, die noch niemand gemacht hat, Feedback, das liegen bleibt.
Faustregel: Dauer = Bauzeit + deine Antwortzeit. Wer Inhalte und Entscheidungen parat hat, ist mit einem Onepager in ein bis zwei Wochen live. Wer alles erst zusammensuchen muss, braucht Monate — egal, wie schnell der Dienstleister ist.
Was du selbst liefern musst
„Erstellen lassen" heißt nicht „nichts tun". Ohne diese Dinge kommt kein Website-Projekt ins Ziel:
- Stichpunkte zu deinem Angebot — keine fertigen Texte, aber die Fakten, aus denen Texte werden
- Fotos — oder die ehrliche Entscheidung für gute Stock-Bilder
- Impressumsdaten: Name, Anschrift, erreichbare E-Mail-Adresse
- Die Domain — oder wenigstens den Wunschnamen
- Feedback von einer Person, die entscheiden darf
Der letzte Punkt ist der unterschätzteste. Drei Meinungen im Haus und keine, die entscheidet — das ist aus meiner Erfahrung der häufigste Grund, warum Website-Projekte im Feedback versanden. Nicht das Budget, nicht die Technik.
Wann du keine Website erstellen lassen solltest
Ehrlicherweise: Nicht jeder braucht das. Für den Verein, das Hobby-Projekt oder die Geschäftsidee in der Testphase reicht ein Baukasten für 15 bis 50 Euro im Monat — welcher zu wem passt, steht im Baukasten-Vergleich. Und wer gern selbst bastelt und die Abende dafür übrig hat, soll selbst basteln.
Erstellen lassen lohnt sich, wenn die Seite arbeiten soll: Kunden bringen, lokal gefunden werden, Anfragen auslösen — und du deine Zeit lieber ins Geschäft steckst als in Schriftgrößen. Wie das bei mir aussieht, steht auf der Webdesign-Seite. Und falls du zwischen Kaufen und Mieten schwankst: Website mieten statt kaufen klärt die Vertragsfragen, auf die es dabei wirklich ankommt.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Stand 2026: Freelancer verlangen meist 800 bis 5.000 Euro, Agenturen 3.600 bis 18.000 Euro, Miet-Modelle liegen bei 50 bis 300 Euro monatlich plus Einrichtung. Der Preis hängt vor allem am Umfang — und daran, wie viel Arbeit (Texte, Bilder, Pflege) der Anbieter übernimmt.
Wie lange dauert es, eine Website erstellen zu lassen?
Ein Onepager ist in wenigen Tagen gebaut. Die Kalenderzeit bestimmen aber deine Inhalte und dein Feedback: Wer alles parat hat, ist in ein bis zwei Wochen live — wer erst sammeln muss, braucht Monate.
Was muss ich selbst liefern?
Stichpunkte zu deinem Angebot, Fotos (oder das Okay für Stock-Bilder), Impressumsdaten, die Wunschdomain — und Feedback von einer Person, die entscheiden darf. Fertige Texte musst du nicht mitbringen.
Wem gehört die Website danach?
Beim Kauf dir — lass dir Code und Inhalte übergeben. Bei Miet-Modellen bleibt die Seite technisch beim Anbieter; kläre vor der Unterschrift, was bei einer Kündigung mit Domain und Inhalten passiert.
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