Website-Baukästen im Vergleich — und wann du keinen brauchst
Wix, Jimdo, IONOS oder Squarespace? Der ehrliche Vergleich — und die wichtigere Frage: ob ein Baukasten überhaupt das richtige Modell für dich ist.

Jeder Baukasten verspricht dasselbe: „In wenigen Minuten online.“ Und die Vergleichstests dazu zählen Features — wie viele Templates, welcher Editor, wie gut der KI-Assistent. Das ist nicht falsch, aber es beantwortet die falsche Frage. Denn die Anbieter unterscheiden sich weniger, als ihre Werbung behauptet. Der eigentliche Unterschied liegt woanders: zwischen einem Werkzeug, das du selbst bedienst, und einer Website, die jemand für dich baut und pflegt.
Erst der faire Vergleich, dann die ehrliche Frage, ob du überhaupt einen Baukasten brauchst.
Die vier Typen im Überblick (Stand Juli 2026)
Wix — der Flexible. Der größte Funktionsumfang am Markt: Terminbuchung, Shop, Mitgliederbereiche, dazu ein KI-Assistent, der Startlayouts baut. Die Kehrseite: Genau diese Freiheit macht Wix am schnellsten unübersichtlich, und wer alles darf, kann auch alles verbauen.
Jimdo — der Einfache. Deutscher Anbieter, auf Selbstständige ohne Technikinteresse zugeschnitten. Weniger Spielraum als Wix, dafür schneller fertig und mit DSGVO-Basics wie Cookie-Hinweisen ab Werk. Wer nur eine saubere kleine Seite will, kommt hier am schnellsten ans Ziel.
IONOS und Strato — die deutschen Hoster. Baukasten als Zusatzprodukt zum Hosting, preislich meist am unteren Ende: Bei IONOS gibt es den Einstiegstarif für rund 9 € im Monat inklusive Domain und E-Mail-Postfach, gehostet in Deutschland. Gestalterisch die konservativste Wahl — solide Visitenkarte, keine Design-Preise.
Squarespace — der Schöne. Die Referenz für Templates: Kaum ein Baukasten sieht ab Werk besser aus. Dafür englischlastig, US-Hosting (Datenschutz-Thema) und preislich eher oben. Für Portfolios und visuelle Berufe die naheliegende Wahl.
Preislich liegen brauchbare Tarife quer über alle Anbieter zwischen etwa 9 und 50 € im Monat — Lockangebote fürs erste Jahr eingerechnet, danach gilt der reguläre Preis. Der Unterschied zwischen den Anbietern ist real, aber klein. Was danach kommt, ist bei allen gleich.
Was Vergleichstests selten sagen
Die Arbeit bleibt bei dir. Ein Baukasten liefert Werkzeug, keine Website. Struktur überlegen, Texte schreiben, Bilder besorgen, Impressum, Datenschutz, und danach: aktuell halten. Das Abo kostet 15 € im Monat — die Abende kosten dich niemand rechnet. Aus „in Minuten online“ werden beim ersten ernsthaften Versuch fast immer Wochen.
Der Umzug ist eine Einbahnstraße. Baukasten-Seiten lassen sich in der Regel nicht exportieren; bei manchen Anbietern ist es schlicht nicht vorgesehen. Wer später zu WordPress oder zu einem Dienstleister wechselt, baut von vorn. Das Einzige, was du sicher mitnehmen kannst, ist die Domain — wenn sie auf deinen Namen registriert ist. Darauf solltest du vor der Anmeldung achten, nicht danach.
Es gibt technische Grenzen. Ladezeiten und SEO-Feintuning sind bei Baukästen limitiert — du optimierst, was der Anbieter dich optimieren lässt. Für ein lokales Geschäft mit fünf Seiten ist das selten das Problem, das die Werbung von Agenturen daraus macht. Aber wer ernsthaft über Google wachsen will, stößt an Decken, die sich nicht verschieben lassen.
Und der Look. Templates sind Konfektionsware. Mit Geduld und gutem Auge wird daraus eine ordentliche Seite — aber selten eine, die nach dir aussieht statt nach ihrem Template. Das gilt übrigens auch für die neuen KI-Baukästen, die aus drei Sätzen eine Seite generieren; warum die Ergebnisse austauschbar bleiben, habe ich in Website mit KI erstellen aufgeschrieben.
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
Jetzt der Teil, den dir ein Webdesigner eigentlich nicht schreiben sollte: Für eine ganze Reihe von Fällen ist ein Baukasten genau richtig — und ein Dienstleister rausgeworfenes Geld.
Ein Verein, der Termine und Ansprechpartner online stellen will. Ein Hobbyprojekt. Ein reines Namensschild im Netz, damit man dich findet. Eine Gründung in der Testphase, bei der noch offen ist, ob aus der Idee ein Geschäft wird. In all diesen Fällen gilt: Nimm einen Baukasten für rund 10 € im Monat, registriere die Domain auf deinen Namen, fertig. Du brauchst dafür keinen Dienstleister — auch mich nicht.
Ehrliche Zusatzbedingung: Es muss dir jemand im Haus die Abende dafür geben wollen. Der Baukasten ist nur dann die günstigste Lösung, wenn deine Zeit gerade nichts Wichtigeres zu tun hat.
Wann du keinen Baukasten brauchst — sondern machen lässt
Die Rechnung dreht sich, sobald die Website Kunden bringen soll. Wenn Anfragen, Buchungen oder lokale Sichtbarkeit das Ziel sind, ist die Seite kein Namensschild mehr, sondern ein Arbeitsgerät — und dann zählen die Dinge, die im Baukasten deine Aufgabe wären: durchdachte Struktur, Texte, die verkaufen, Pflege, die nicht einschläft.
Die Entscheidungsregel ist einfach und hat drei Fragen: Wer baut die Seite? Wer schreibt die Texte? Wer pflegt sie nächstes Jahr noch? Wenn du dreimal ehrlich „ich selbst, und zwar gern“ antworten kannst — nimm den Baukasten. Bei allem anderen lässt du machen.
„Machen lassen“ heißt heute nicht mehr automatisch Agenturprojekt für mehrere tausend Euro. Zur Einordnung mein eigenes Modell — mit dem offensichtlichen Hinweis, dass ich hier nicht neutral bin: 100 € Einrichtung, dann 49 € im Monat inklusive Hosting, Updates und Änderungs-Tickets; Inhalte änderst du selbst über dein Dashboard, monatlich kündbar. Das liegt näher am Baukasten-Abo als am Agenturangebot — nur dass die Abende jemand anders übernimmt. Details und alle Preise stehen auf meiner Webdesign-Seite. Und falls du grundsätzlich zwischen Miete und Kauf schwankst: Die drei Vertragsfragen, an denen sich seriöse Abo-Modelle erkennen lassen, stehen in Website mieten statt kaufen.
Häufige Fragen
Welcher Website-Baukasten ist der beste?
Es gibt keinen besten, nur den passenden: Wix für maximale Funktionen, Jimdo für den schnellsten einfachen Weg, IONOS oder Strato für den günstigsten Einstieg mit deutschem Hosting, Squarespace für das beste Design. Wichtiger als die Anbieterwahl ist die Frage, ob ein Baukasten überhaupt das richtige Modell für dich ist.
Was kostet ein Website-Baukasten wirklich?
Brauchbare Tarife liegen zwischen etwa 9 und 50 € im Monat (Stand Juli 2026), oft mit Lockpreis im ersten Jahr. Der eigentliche Preis ist deine Arbeitszeit: bauen, texten, Bilder besorgen und die Seite danach aktuell halten — das übernimmt kein Tarif.
Kann ich mit meiner Baukasten-Website später umziehen?
Meist nicht wirklich. Ein Export der Seite ist bei den meisten Baukästen nicht vorgesehen — ein Wechsel zu WordPress oder einem Dienstleister bedeutet Neuaufbau. Sicher mitnehmen kannst du nur die Domain, und auch das nur, wenn sie auf deinen Namen registriert ist.
Sind Baukästen schlecht für SEO?
Nicht grundsätzlich. Die Basics — Titel, Beschreibungen, saubere Struktur — gehen überall. Grenzen gibt es bei Ladezeit und technischem Feintuning. Für ein lokales Geschäft zählen ohnehin vor allem gute Inhalte und ein gepflegtes Google-Business-Profil; wer dagegen ernsthaft über Google wachsen will, stößt im Baukasten an Decken.
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