← Blog

Website-Baukästen im Vergleich: Wann du keinen brauchst

Wix, Jimdo, IONOS oder Squarespace? Der ehrliche Vergleich und die wichtigere Frage: ob ein Baukasten überhaupt das richtige Modell für dich ist.

Jeder Baukasten verspricht dasselbe: „In wenigen Minuten online.“ Und die Vergleichstests dazu zählen Features: wie viele Templates, welcher Editor, wie gut der KI-Assistent. Das ist nicht falsch, aber es beantwortet die falsche Frage. Denn die Anbieter unterscheiden sich weniger, als ihre Werbung behauptet. Der eigentliche Unterschied liegt woanders: zwischen einem Werkzeug, das du selbst bedienst, und einer Website, die jemand für dich baut und pflegt.

Die Kurzfassung vorweg: Wix ist der flexibelste, Jimdo der einfachste, IONOS und Strato sind die pragmatischen Hoster-Angebote, Squarespace ist der schönste. Der Rest dieses Beitrags erklärt, was das für dich bedeutet, und stellt die wichtigere Frage: ob du überhaupt einen Baukasten brauchst.

Die vier Typen im Überblick (Stand August 2026)

Wix, der Flexible. Der wohl größte Funktionsumfang unter den bekannten Baukästen: Terminbuchung, Shop, Mitgliederbereiche, dazu ein KI-Assistent, der Startlayouts baut. Die Kehrseite: Genau diese Freiheit macht Wix am schnellsten unübersichtlich, und wer alles darf, kann auch alles verbauen.

Jimdo, der Einfache. Deutscher Anbieter, auf Selbstständige ohne Technikinteresse zugeschnitten. Weniger Spielraum als Wix, dafür schneller fertig und mit DSGVO-Basics wie Cookie-Hinweisen ab Werk. Wer nur eine saubere kleine Seite will, kommt hier am schnellsten ans Ziel. Wenn deine Wahl genau zwischen diesen beiden liegt: Wix oder Jimdo habe ich hier direkt verglichen.

IONOS und Strato, die deutschen Hoster. Baukasten als Zusatzprodukt zum Hosting, gehostet in Deutschland. Die Preisliste ist zugleich ein gutes Beispiel für das Lockangebots-Muster der ganzen Branche: Das Plus-Paket von IONOS kostet im ersten Jahr 1 € im Monat, danach 18 €; der Starter-Tarif liegt regulär bei 12 € (Stand August 2026). Gestalterisch die konservativste Wahl: eine solide Visitenkarte, die keine Design-Preise gewinnt.

Squarespace, der Schöne. Die Referenz für Templates: Kaum ein Baukasten sieht ab Werk besser aus. Dafür englischlastig, US-Hosting (Datenschutz-Thema) und preislich eher oben. Für Portfolios und visuelle Berufe die naheliegende Wahl.

Preislich liegen brauchbare Tarife quer über alle Anbieter zwischen gut 10 und 50 € im Monat. Fast alle Anbieter arbeiten mit Aktionspreisen fürs erste Jahr oder Halbjahr; rechne mit dem regulären Preis, nicht mit dem beworbenen. Der Unterschied zwischen den Anbietern ist real, aber klein. Was danach kommt, ist bei allen gleich.

Klassischer Baukasten oder KI-Baukasten?

Die Frage taucht in Vergleichen immer öfter auf, und sie ist kleiner, als sie klingt. Die neue Generation baut dir aus drei Sätzen ein Startlayout: Wix macht das mit seinem KI-Assistenten, IONOS generiert Texte und Bildvorschläge, dazu kommen reine KI-Generatoren ohne klassischen Editor. Was sich dadurch ändert: Der erste Abend entfällt, das leere Blatt ist weg.

Was sich nicht ändert: alles danach. Texte prüfen, Bilder ersetzen, Impressum, Pflege. Und ein Punkt wird eher schlimmer: Wenn tausende Seiten aus denselben Mustern generiert werden, sehen sie einander noch ähnlicher als Template-Seiten. Klassisch oder KI ist deshalb keine Grundsatzentscheidung, sondern derselbe Vertrag mit schnellerem Start; warum die Ergebnisse austauschbar bleiben, habe ich in Website mit KI erstellen aufgeschrieben.

Was Vergleichstests selten sagen

Die Arbeit bleibt bei dir. Ein Baukasten liefert Werkzeug, keine Website. Struktur überlegen, Texte schreiben, Bilder besorgen, Impressum, Datenschutz, und danach: aktuell halten. Das Abo ist dabei der kleinste Posten; die Abende, die du hineinsteckst, stellt dir niemand in Rechnung. Aus „in Minuten online“ werden beim ersten ernsthaften Versuch fast immer Wochen. Wie du diese Arbeit sortierst, wenn du sie bewusst selbst machen willst, steht im Guide Webseite selbst erstellen.

Der Umzug ist eine Einbahnstraße. Einen echten Export gibt es bei den meisten Baukästen nicht; wo es einen gibt, etwa bei Squarespace, kommen die Texte mit, das Design nicht. Deine Texte und Bilder kannst du immer von Hand herauskopieren, die gebaute Seite nicht. Wer später zu WordPress oder zu einem Dienstleister wechselt, baut also von vorn. Sicher mitnehmen lässt sich sonst nur die Domain, sofern sie auf deinen Namen registriert ist. Darauf solltest du vor der Anmeldung achten, nicht danach.

Es gibt technische Grenzen. Ladezeiten und SEO-Feintuning sind bei Baukästen limitiert: Du optimierst, was der Anbieter dich optimieren lässt. Für ein lokales Geschäft mit fünf Seiten ist das selten das Problem, das die Werbung von Agenturen daraus macht. Aber wer ernsthaft über Google wachsen will, stößt an Decken, die sich nicht verschieben lassen.

Und der Look. Templates sind Konfektionsware. Mit Geduld und gutem Auge wird daraus eine ordentliche Seite, aber selten eine, die nach dir aussieht statt nach ihrem Template.

Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist

Jetzt der Teil, den dir ein Webdesigner eigentlich nicht schreiben sollte: Für eine ganze Reihe von Fällen ist ein Baukasten genau richtig, und ein Dienstleister rausgeworfenes Geld.

Ein Verein, der Termine und Ansprechpartner online stellen will. Ein Hobbyprojekt. Ein reines Namensschild im Netz, damit man dich findet. Eine Gründung in der Testphase, bei der noch offen ist, ob aus der Idee ein Geschäft wird. In all diesen Fällen gilt: Nimm einen Baukasten für rund 10 bis 15 € im Monat, registriere die Domain auf deinen Namen, fertig. Du brauchst dafür keinen Dienstleister, auch mich nicht.

Eine Bedingung noch: Es muss jemanden geben, der die Abende dafür übrig hat. Im Zweifel du selbst. Der Baukasten ist nur dann die günstigste Lösung, wenn deine Zeit gerade nichts Wichtigeres zu tun hat.

Wann du keinen Baukasten brauchst, sondern machen lässt

Die Rechnung dreht sich, sobald die Website Kunden bringen soll. Wenn Anfragen, Buchungen oder lokale Sichtbarkeit das Ziel sind, ist die Seite kein Namensschild mehr, sondern ein Arbeitsgerät. Dann zählen die Dinge, die im Baukasten deine Aufgabe wären: durchdachte Struktur, Texte, die verkaufen, Pflege, die nicht einschläft.

Die Entscheidungsregel ist einfach und hat drei Fragen: Wer baut die Seite? Wer schreibt die Texte? Wer pflegt sie nächstes Jahr noch? Wenn du dreimal ehrlich „ich selbst, und zwar gern“ antworten kannst: Nimm den Baukasten. Bei allem anderen lässt du machen.

„Machen lassen“ heißt heute nicht mehr automatisch Agenturprojekt für mehrere tausend Euro. Zur Einordnung mein eigenes Modell, mit dem offensichtlichen Hinweis, dass ich hier nicht neutral bin: einmalige Einrichtung, danach eine feste Monatsmiete inklusive Hosting, Updates und Änderungs-Tickets; Inhalte änderst du selbst über dein Dashboard, monatlich kündbar. Das liegt näher am Baukasten-Abo als am Agenturangebot, nur dass die Abende jemand anders übernimmt. Die aktuellen Preise stehen auf meiner Webdesign-Seite, dort sind sie immer richtig. Und falls du grundsätzlich zwischen Miete und Kauf schwankst: Die drei Vertragsfragen, an denen sich seriöse Abo-Modelle erkennen lassen, stehen in Website mieten statt kaufen.

Häufige Fragen

Welcher Website-Baukasten ist der beste?

Es gibt keinen besten, nur den passenden: Wix für maximale Funktionen, Jimdo für den schnellsten einfachen Weg, IONOS oder Strato für den Einstieg mit deutschem Hosting, Squarespace für das beste Design. Wichtiger als die Anbieterwahl ist die Frage, ob ein Baukasten überhaupt das richtige Modell für dich ist.

Was kostet ein Website-Baukasten wirklich?

Brauchbare Tarife liegen regulär zwischen gut 10 und 50 € im Monat (Stand August 2026), fast immer mit Aktionspreis im ersten Jahr. Der eigentliche Preis ist deine Arbeitszeit: bauen, texten, Bilder besorgen und die Seite danach aktuell halten. Das übernimmt kein Tarif.

Kann ich mit meiner Baukasten-Website später umziehen?

Meist nicht wirklich. Einen echten Export gibt es bei den meisten Baukästen nicht; Texte und Bilder kannst du von Hand kopieren, die gebaute Seite nicht. Ein Wechsel zu WordPress oder einem Dienstleister bedeutet Neuaufbau. Sicher mitnehmen kannst du nur die Domain, und auch das nur, wenn sie auf deinen Namen registriert ist.

Sind Baukästen schlecht für SEO?

Nicht grundsätzlich. Die Basics wie Titel, Beschreibungen und saubere Struktur gehen überall. Grenzen gibt es bei Ladezeit und technischem Feintuning. Für ein lokales Geschäft zählen ohnehin vor allem gute Inhalte und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil; wer dagegen ernsthaft über Google wachsen will, stößt im Baukasten an Decken.

Pappelbaum Design

Deine eigene Website — ab 100 €

Professionelles Webdesign, persönlich gebaut und ohne Agenturumweg — vom Onepager bis zum Relaunch. Direkt mit mir, transparent zum Festpreis. Der erste Schritt kostet nichts.

Auch interessant

Wix oder Jimdo? Und die dritte Option, an die keiner denkt

Webdesign9. August 2026

Hotel-Website: Direktbuchung statt Portal-Provision

Webdesign21. Juli 2026

Website mieten statt kaufen: was das Abo-Modell wirklich bedeutet

Mehr aus dem Blog