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Webdesign4. August 2026

Wie läuft ein Webdesign-Projekt ab? Vier Phasen, klare Rollen

Briefing, Entwurf, Feedback, Launch: wie ein Website-Projekt wirklich abläuft, wie lange die Phasen dauern und wo Projekte Zeit verlieren.

Die kurze Antwort: Ein Webdesign-Projekt läuft in vier Phasen ab. Briefing und Angebot, Konzept und Entwurf, Feedback und Korrekturen, Launch und Betrieb. Bei einem klar umrissenen Projekt mit fertigen Inhalten dauert das beim Freelancer typischerweise ein bis zwei Wochen, bei Agenturen mit mehr Beteiligten entsprechend länger. Und wenn es länger dauert, liegt das in den meisten Fällen nicht am Design, sondern an fehlenden Inhalten und langsamen Feedback-Runden.

Wer die Phasen kennt, weiß auch, wo er selbst liefern muss. Genau das entscheidet über das Tempo. Hier ist der Ablauf, wie er bei den meisten seriösen Anbietern aussieht, samt der Stellen, an denen Projekte wirklich Zeit verlieren.

Phase 1: Briefing und Angebot

Am Anfang steht keine Gestaltung, sondern Fragen: Was machst du, für wen, was soll die Website erreichen, welche Seiten braucht sie, gibt es schon Texte, Bilder, ein Logo? Seriöse Anbieter fragen das strukturiert ab, per Fragebogen oder Briefing-Formular. Je konkreter deine Antworten, desto genauer das Angebot und desto weniger Überraschungen später.

Was du in dieser Phase liefern solltest: eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Inhalte existieren, welche fehlen. Wer eine Domain besitzt und wo sie liegt (falls unklar, hilft der Beitrag über Domain und E-Mail-Adresse). Und ein Gefühl dafür, welche Seiten du wirklich brauchst: Für die meisten kleinen Unternehmen reichen vier bis sechs.

Phase 2: Konzept und Entwurf

Jetzt arbeitet der Anbieter: Seitenstruktur, Layout, Texte einarbeiten oder schreiben, erste gestaltete Fassung. Bei mir läuft diese Phase so: Du füllst das Briefing aus, ich bearbeite die Anfrage, arbeite die Inhalte aus und stelle dir den ersten Entwurf als Vorschau bereit. Es gibt keinen Workshop-Marathon und keine Meetings, die Inhalte entstehen aus deinem Briefing plus Handwerk.

Der erste Entwurf ist der wichtigste Moment im Projekt. Nicht, weil er fertig wäre, sondern weil er die Diskussion konkret macht: Über eine echte Seite lässt sich präzise reden, über abstrakte Wünsche nicht. Rechne beim Freelancer mit wenigen Tagen bis zum ersten Entwurf; bei Agenturen, die Konzept, Design und Umsetzung auf mehrere Köpfe verteilen, rechnest du eher in Wochen als in Tagen.

Phase 3: Feedback und Korrekturen

Hier entscheidet sich das Tempo des gesamten Projekts, und zwar auf deiner Seite. Der Anbieter kann Korrekturen meist schnell umsetzen; was dauert, ist gesammeltes, klares Feedback. Drei Praxisregeln machen den Unterschied. Erstens: Feedback bündeln statt tröpfeln, eine Liste statt zehn einzelner Nachrichten. Zweitens: konkret werden („die Überschrift wirkt zu lang") statt pauschal („gefällt mir noch nicht"). Drittens: Entscheider einbinden, bevor die Runde startet, sonst kommt nach der Freigabe noch ein Chef-Veto.

Üblich sind ein bis zwei Korrekturrunden. Wenn ein Angebot „unbegrenzte Korrekturschleifen" verspricht, ist das kein Geschenk, sondern ein Hinweis darauf, dass der Prozess unklar ist: Unbegrenzte Schleifen bedeuten unbegrenzte Projektdauer.

Phase 4: Launch und danach

Vor dem Livegang kommt die unspektakuläre Pflicht: Domain verbinden, Weiterleitungen einrichten, Mobil-Darstellung und Ladezeit prüfen, Impressum und Datenschutzerklärung einbinden. Danach beginnt der Teil, den viele beim Vergleich vergessen: Betrieb. Updates, Sicherheit, kleine Änderungen. Kläre vor der Beauftragung drei Fragen: Wer spielt Updates ein? Was kostet eine Textänderung im nächsten Jahr? Und wem gehören Domain und Inhalte, wenn ihr euch trennt? Die Antworten verraten mehr über den Anbieter als jede Referenzliste.

Warum Projekte sich wirklich ziehen

Aus der Praxis, ohne Schuldzuweisung: Der häufigste Bremser sind Texte und Bilder, die „nächste Woche" kommen und dann sechs Wochen brauchen. Danach folgen Feedback-Runden ohne Entscheidung und der Wunsch, kurz vor Launch noch den Seitenumfang zu verdoppeln. Ein guter Anbieter plant das ein und hilft, etwa indem er Texte übernimmt oder mit Platzhaltern startet. Aber die Grundregel bleibt: Eine Website wird so schnell fertig, wie ihre Inhalte da sind. Wer selbst schreiben will, findet im Guide Website-Texte selbst schreiben den Weg vom leeren Blatt zur Startseite.

Mein eigenes Modell ist auf genau diese Bremser gebaut: Briefing statt Meeting-Kette, erster Entwurf in wenigen Tagen, Feedback direkt übers Dashboard statt per Mail-Pingpong, und bezahlt wird erst, wenn du die fertige Seite freigibst. Wie das im Detail aussieht, steht auf der Seite Webdesign. Realistisch bleibt auch dort: In ein, zwei Wochen ist die Seite fertig, häufig früher. Wie schnell genau, entscheidet dein Feedback.

Kurz: vier Phasen, klare Rollen. Der Anbieter schuldet dir Struktur, Handwerk und Tempo. Du schuldest dem Projekt Inhalte und Entscheidungen. Wo beides zusammenkommt, ist die Website schneller live, als die meisten erwarten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, eine Website erstellen zu lassen?

Bei klarem Umfang und fertigen Inhalten beim Freelancer typischerweise ein bis zwei Wochen, der erste Entwurf oft nach wenigen Tagen. Bei Agenturen mit mehreren Beteiligten eher Wochen. Der größte Zeitfaktor sind fehlende Inhalte und langsames Feedback.

Was muss ich als Kunde selbst liefern?

Ein ehrliches Briefing, vorhandene Inhalte (oder die Entscheidung, sie schreiben zu lassen), Zugang zur Domain und gebündeltes Feedback mit Entscheidungsbefugnis. Alles andere ist Aufgabe des Anbieters.

Wie viele Korrekturrunden sind üblich?

Ein bis zwei gebündelte Runden reichen bei einem klaren Briefing fast immer. Unbegrenzte Korrekturschleifen im Angebot klingen großzügig, bedeuten in der Praxis aber unbegrenzte Projektdauer.

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