Website-Relaunch: was kostet er wirklich?
Relaunch-Kosten hängen weniger am Design als an dem, was mitmuss: Inhalte, Rankings, Technik. Die ehrlichen Spannen für 2026 und die Posten, die in keinem Angebot stehen.
Die Kurzantwort zuerst, mit ehrlichen Spannen statt Wunschzahlen. Ein kleiner Auffrisch-Relaunch (Design modernisieren, Texte überarbeiten, Struktur bleibt) liegt am Markt meist zwischen etwa 800 und 2.500 Euro. Ein echter Relaunch mit neuem Design und überarbeiteter Struktur kostet beim Freelancer üblicherweise 2.500 bis 8.000 Euro, bei Agenturen liegt er meist zwischen 8.000 und 25.000 Euro, größere Projekte gehen weit darüber hinaus. Alles Stand 2026, quer über veröffentlichte Preislisten deutscher Anbieter gelesen.
Interessanter als die Spannen ist, was den Unterschied macht. Denn Relaunch-Kosten hängen weniger am Design, als die meisten denken. Sie hängen an dem, was mitgenommen werden muss: Inhalte, Rankings, Technik. Genau deshalb bekommst du für dieselbe Aufgabe Angebote, die um Tausende Euro auseinanderliegen.
Was den Preis wirklich treibt
Fünf Faktoren entscheiden, wo du in der Spanne landest. Erstens der Umfang: Zehn Unterseiten kosten mehr als ein Onepager, nicht wegen der Technik, sondern wegen der Inhalte, die jede Seite braucht. Zweitens die Inhalte selbst: Werden Texte und Bilder übernommen, überarbeitet oder neu gemacht? Das ist regelmäßig der größte unterschätzte Posten. Drittens die Technik: Bleibt das System, oder wird gewechselt (etwa vom alten Baukasten zu einem CMS)? Ein Systemwechsel heißt Migration, und Migration heißt Handarbeit. Viertens die Gestaltungstiefe: Auffrischen im bestehenden Rahmen oder neues Design von Grund auf. Fünftens Sonderfunktionen: Buchung, Shop, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen.
Vergleiche Angebote deshalb nie über die Endsumme, sondern über die Posten. Zwei Angebote mit 3.000 Euro Unterschied meinen oft schlicht verschiedene Leistungen: Das eine enthält Texte und Weiterleitungen, das andere setzt beides stillschweigend bei dir voraus.
Die unsichtbaren Posten
An diesen drei Positionen scheitern Relaunch-Budgets, weil sie in vielen Angeboten schlicht fehlen.
Der wichtigste: Weiterleitungen und Rankings. Deine alte Website hat Google-Positionen, und jede URL, die beim Relaunch stirbt, nimmt ihr Ranking mit ins Grab. Saubere 301-Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Adresse sind Pflichtarbeit, keine Kür. Wie das technisch funktioniert, steht im Artikel Website-Relaunch ohne SEO-Verlust. Wenn ein Angebot dieses Thema nicht erwähnt, fehlt entweder Erfahrung oder eine spätere Rechnung.
Wie groß dieser Posten wird, habe ich beim Relaunch meiner eigenen Website gemerkt: Beim Umzug aus Webflow sind über 60 Blogbeiträge mitgezogen, jeder unter seiner alten Adresse, dazu Weiterleitungen für alle Kategorie- und Service-Seiten, die es so nicht mehr gibt. Am sichtbaren Design hing dabei der kleinste Teil der Arbeit.
Der zweite: die Inhalts-Migration. „Wir übernehmen Ihre Inhalte“ klingt nach Kopieren, ist aber Sichten, Sortieren, Kürzen und Neuformatieren. Wer 60 alte Seiten hat, von denen 15 noch stimmen, zahlt für die Entscheidung, welche das sind. Der dritte: der Betrieb danach. Hosting, Updates, Pflege und die Frage, wer künftig Texte ändert. Ein Relaunch ohne Pflege-Plan sieht in zwei Jahren aus wie die Seite davor. Frag deshalb vor der Unterschrift, was Änderungen nach dem Launch kosten: Stundensatz, Pauschale oder im Abo enthalten. Die Antwort verrät viel über das Geschäftsmodell des Anbieters.
Wann sich ein Relaunch nicht lohnt
Ehrlich gesagt: öfter, als die Branche zugibt. Wenn deine Seite jünger als zwei, drei Jahre ist und nur an einer Stelle klemmt (unklare Startseite, fehlende Anfragen), ist gezieltes Nachschärfen meist klüger und deutlich billiger als der große Wurf. Und wenn das eigentliche Problem die Positionierung ist, also unklar bleibt, was du für wen anbietest, löst auch das schönste neue Design nichts. Dann gehört das Geld zuerst in die Klärung, nicht in Pixel. Und der dritte Fall, den kaum ein Anbieter ausspricht: Läuft dein Geschäft komplett über Empfehlungen und ist die Website nur Visitenkarte, reicht oft ein Bruchteil des Budgets für aktuelle Texte, neue Fotos und eine aufgeräumte Startseite. Was Webdesign generell kostet und woran sich Preise bemessen, steht im Artikel über Kosten für Webdesign.
Die Alternative zum Großprojekt
Ein Relaunch muss kein Einmal-Großprojekt mit fünfstelligem Budget sein. Beim Miet-Modell, mit dem ich arbeite, ist er eine überschaubare Einrichtungsgebühr plus monatliches Abo, in dem Hosting, Updates und laufende Änderungen stecken. Die unsichtbaren Posten von oben sind dabei Teil des Jobs: Bestandsaufnahme der alten Seite, Übernahme der Inhalte, Weiterleitungen für alle alten Adressen. Die aktuellen Zahlen stehen öffentlich auf meiner Webdesign-Seite; hier im Artikel würden sie nur veralten.
Kurz: Rechne beim Relaunch nicht vom Design her, sondern von dem, was mitmuss. Wer Inhalte, Rankings und den Betrieb danach von Anfang an einpreist, erlebt keine Überraschungen. Wer sie vergisst, zahlt sie trotzdem, nur später und teurer.
Häufige Fragen
Was kostet ein kleiner Website-Relaunch?
Ein Auffrischen von Design und Texten ohne Strukturänderung liegt am Markt meist zwischen 800 und 2.500 Euro (Stand 2026). Sobald Struktur, Technik oder viele Inhalte angefasst werden, beginnt die Spanne des echten Relaunchs.
Warum ist die Inhalte-Übernahme so teuer?
Weil sie keine Kopierarbeit ist. Alte Inhalte müssen gesichtet, aussortiert, gekürzt und neu strukturiert werden. Die Entscheidung, was bleibt, kostet mehr Zeit als das Einfügen.
Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings?
Nur, wenn alte Adressen ohne Weiterleitung sterben. Mit sauberen 301-Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue URL bleiben Rankings in aller Regel erhalten. Das gehört in jedes seriöse Angebot.
Refresh oder kompletter Relaunch: Woran erkenne ich, was ich brauche?
Klemmt es an einzelnen Stellen (Startseite unklar, kein Mobil-Komfort), reicht meist ein gezielter Refresh. Ein kompletter Relaunch lohnt, wenn Struktur, Technik und Inhalte gleichzeitig nicht mehr tragen.
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