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Webdesign5. März 2026

Webdesign-Projektablauf: die 7 Phasen und wo Projekte hängenbleiben

Der Webdesign-Projektablauf hat 7 Phasen, aber nicht die Phasen dauern, sondern das Warten dazwischen. Je Phase die Stelle, an der Projekte wirklich hängenbleiben.

Die kurze Antwort: Der Webdesign-Projektablauf hat sieben Phasen. Briefing, Inhalte sammeln, Struktur, Design, Umsetzung, Korrekturen, Launch. Diese Liste findest du in jedem zweiten Blog, und sie stimmt sogar.

Was dabei meist unterschlagen wird: Kein Projekt läuft exakt nach diesem Plan, und die Phasen sind nicht das, was die Dauer bestimmt. Ein Designer-Kollege, der eine Seite für sich selbst braucht, ist in Tagen durch. Eine Praxis mit fünf Entscheidungsträgern braucht für dieselben sieben Phasen ein Vielfaches. Nicht weil das Design länger dauert, sondern weil zwischen den Phasen gewartet wird. Unten steht deshalb beides: die Phasenliste, und je Phase die Stelle, an der Projekte tatsächlich hängenbleiben.

Der Webdesign-Projektablauf in 7 Phasen

  1. Briefing & Zielklärung. Was soll die Seite erreichen, wer entscheidet, welches Budget gibt es?
  2. Materialsammlung. Texte, Bilder, Logo, Zugänge. Alles, bevor das Design startet.
  3. Struktur & Wireframes. Welche Seiten, welche Reihenfolge, was steht oben?
  4. Designphase. Gestaltung auf Basis von Zielen und Corporate Design.
  5. Umsetzung. Aus dem Design wird eine funktionierende Website.
  6. Beta-Link & Korrekturen. Feedback in begrenzten, klar vereinbarten Runden.
  7. Launch. Domain, Weiterleitungen, letzte Checks, live.

So steht's auf dem Papier. Interessant wird es da, wo Projekte vom Papier abweichen.

Je Phase die Stelle, an der es hängenbleibt

Die Phasenliste sagt, was passiert. Sie sagt nicht, wer gerade auf wen wartet. Genau das ist aber der Grund, warum zwei Projekte mit demselben Umfang drei Wochen oder drei Monate brauchen.

Briefing

Es fehlt niemand, der entscheiden darf. Wenn im ersten Gespräch nicht klar wird, wer am Ende Ja sagt, verschiebt sich diese Frage in die Korrekturrunde, und dort kostet sie ein Vielfaches.

Materialsammlung

Texte. Fast immer Texte. Bilder und Logo tauchen irgendwann auf, die Texte werden geschrieben, wenn alles andere fertig ist.

Struktur

Der Wunsch, alles auf die Startseite zu holen. Diese Phase stockt, wenn Seiten diskutiert werden statt Reihenfolgen.

Design

Geschmacksrunden ohne Kriterium. Ohne die Ziele aus dem Briefing wird über Farben abgestimmt, und Abstimmungen über Farben enden nicht von selbst.

Umsetzung

Zugänge. Domain, Hosting, Mailkonto, Analytics: Jeder fehlende Zugang ist ein halber Tag Warten auf eine Antwort von jemandem, der gerade im Urlaub ist.

Korrekturen

Feedback im Tropfmodus. Drei Mails an drei Tagen sind drei Runden, auch wenn sie zusammen nur fünf Änderungen enthalten.

Launch

Weiterleitungen und Mailkonten, die keiner auf dem Zettel hatte. Bei einem Neubau ist der Launch ein Knopfdruck, bei einem Relaunch ist er ein eigener Arbeitsschritt.

Beim Relaunch ist der Ablauf ein anderer

Für einen Neubau reicht die Liste oben. Bei einer bestehenden Seite kommen zwei Phasen dazu, die im Standard-Ablauf gar nicht vorgesehen sind, und beide gehören nach vorn, nicht ans Ende. Erstens eine Bestandsaufnahme: welche Adressen es heute gibt, welche davon Besucher haben und was extern auf sie verlinkt. Zweitens der Umzugsplan, also welche alte Adresse künftig auf welche neue zeigt. Wer das erst am Launch-Tag anfängt, schaltet eine schöne neue Seite live und verliert die Sichtbarkeit der alten. Was beim Relaunch technisch schiefgeht, steht hier.

Der Ablauf ist Teil des Ergebnisses

Der Ablauf ist nicht nur Organisation, er ist Teil dessen, was Kund*innen am Ende bewerten. Wie du mit Zeit, Kommunikation und Erwartungen umgehst, bleibt länger hängen als jeder Farbverlauf.

Gerade Einzelkund*innen und kleine Unternehmen haben keine Zeit zu verschenken. Wer sie mit unklaren Abläufen oder endlosen Korrekturen verschwendet, verliert mehr als Stunden. Vertrauen nämlich.

Briefing: Fragen, nicht Aufgaben

Ich starte Projekte erst, wenn die richtigen Fragen beantwortet sind. Nicht: „Was soll auf die Startseite?“ Sondern:

  • Was willst du mit der Seite erreichen?
  • Gibt es ein bestehendes Corporate Design, das wir übernehmen müssen?
  • Fehlen Inhalte — und wenn ja, wer erstellt sie?
  • Gibt es Deadlines, ein Budget, jemanden, der freigeben muss?

Erst wenn diese Punkte klar sind, ergibt ein Ablaufplan überhaupt Sinn. Alles andere ist Blindflug. Wie so ein Briefing konkret aussieht, steht im Artikel Kreativagentur-Briefing.

Inhalte: sammeln, bevor's losgeht

Der größte Zeitfresser in meinen Projekten: fehlende Inhalte. Meine Lösung: Ich schicke Kund*innen eine einfache Liste mit allen benötigten Materialien (Texte, Bilder, Logos, Links), alles in einem Schwung. Erst wenn das Paket vollständig ist, geht's ins Design.

Und: Ich schicke den Beta-Link erst, wenn alles drin ist. Kein halb fertiges Layout mit Lücken. Das senkt die Gefahr von „Ach, dann ändern wir doch gleich noch…“-Momenten erheblich.

Korrekturen begrenzen — aber fair

Ich sage Kund*innen von Anfang an: „Zwei Korrekturrunden sind inklusive, danach wird's Zusatzzeit.“ Das klingt hart, ist aber ehrlich, und es zwingt beide Seiten, Feedback zu bündeln statt zu tröpfeln. Wenn die Grenze früh klar ist, wird sie später nie zum Thema.

Was sich je Projekt wirklich ändert

Vier Stellschrauben entscheiden, wie stark der Standard-Ablauf gebogen wird:

Zahl der Entscheider

Jede zusätzliche Person, die freigeben muss, verlängert jede Korrekturrunde. Nicht das Design dauert, das Warten dauert.

Content-Reife

Stehen Texte und Bilder schon, oder entstehen sie erst im Projekt? Das ist oft der Unterschied zwischen Tagen und Monaten.

Neubau oder Relaunch

Bei bestehenden Seiten kommen Weiterleitungen, Alt-Inhalte und Sehgewohnheiten dazu.

Funktionsumfang

Onepager, Buchungsfunktion oder Shop: je mehr Technik, desto mehr Umsetzungs- und Testzeit.

Wie groß der Hebel ist, zeigt sich in meinen eigenen Projekten: Mit einer einzigen Entscheiderin und fertigen Inhalten läuft dieselbe Phasenliste im Zeitraffer durch. Sobald mehrere Personen freigeben müssen oder Texte erst im Projekt entstehen, wird aus denselben Phasen ein Projekt über Wochen, weil zwischen den Phasen gewartet wird. Wer die vier Punkte im Briefing abklopft, plant realistisch, statt hinterher zu improvisieren.

Tipps aus der Praxis

  • Plane einen Zeitpuffer ein, bevor du ihn später mühsam reinverhandeln musst.
  • Lass dir Freigaben je Phase kurz schriftlich geben — ein Satz per Mail reicht und erspart Diskussionen im Nachhinein.
  • Mach dir Notizen zu jedem Projektablauf. Du lernst daraus fürs nächste Mal.

Fazit: Struktur halten, Ablauf biegen

Kein Projekt gleicht dem anderen. Genau das macht gute Designer*innen aus: Sie halten die Struktur und biegen den Ablauf, statt umgekehrt.

Du stehst auf der anderen Seite und willst bauen lassen statt selbst bauen? Wie dieser Ablauf aus Kundensicht aussieht, mit echtem Beispiel, Dauer und Kosten, liest du in Website erstellen lassen. Und wie ich selbst arbeite, steht auf der Webdesign-Seite.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge läuft ein Webdesign-Projekt ab?

Briefing, Materialsammlung, Struktur/Wireframes, Design, Umsetzung, Korrekturrunden, Launch. Die Reihenfolge bleibt stabil — die Dauer der einzelnen Phasen variiert je Projekt stark.

Wie lange dauert ein Webdesign-Projekt?

Das hängt weniger vom Design ab als von zwei Faktoren: wie viele Personen freigeben müssen und ob Inhalte schon fertig sind. Ein Onepager mit fertigen Texten ist in Tagen machbar, ein Projekt mit mehreren Freigabestufen braucht Wochen bis Monate.

Wie viele Korrekturschleifen sind üblich?

Zwei Runden inklusive ist eine faire Grenze — so handhabe ich es selbst. Entscheidend ist, dass sie vor Projektstart offen kommuniziert wird, dann bündeln beide Seiten ihr Feedback, statt es tröpfeln zu lassen.

Was gehört in ein Webdesign-Briefing?

Ziel der Seite, Zielgruppe, bestehendes Corporate Design, Stand der Inhalte (Texte, Bilder), Deadlines, Budget — und die Frage, wer am Ende freigibt.

Was ist am Ablauf eines Relaunchs anders als bei einem Neubau?

Zwei Phasen kommen dazu, und beide gehören an den Anfang, nicht ans Ende. Die Bestandsaufnahme klärt, welche Adressen es heute gibt, welche davon Besucher haben und was extern darauf verlinkt. Der Umzugsplan legt fest, welche alte Adresse künftig auf welche neue zeigt. Wer damit erst am Launch-Tag anfängt, schaltet eine neue Seite live und verliert die Sichtbarkeit der alten.

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