Was gehört auf die Startseite?
Fünf Blöcke reichen. Warum der Beleg über die Leistungsliste gehört und der Slider ganz weg kann, durchgespielt an einer echten Leipziger Catering-Seite.
Was gehört auf die Startseite? Fünf Blöcke: die erste Zeile, ein Beleg, der Überblick, der nächste Schritt, die Erreichbarkeit. Das ist die Antwort, und sie gilt für die Schreinerei wie für die Steuerkanzlei.
Die längere Antwort ist unbequemer. Fast jede Startseite, die ich in die Hand bekomme, hat diese fünf Blöcke längst. Sie hat nur noch fünfzehn weitere dazu: den Messestand vom letzten Herbst, das Leitbild, den Newsletter, die Auszeichnung von 2019. Das Problem der Startseite ist selten eine Lücke. Es ist, dass alles drauf will.
Die fünf Blöcke, die wirklich müssen
- Die erste Zeile. Was du machst und wo, dazu für wen, wenn das deine Zielgruppe schärft. Keine Begrüßung, kein Slogan, der ohne Vorwissen nichts bedeutet. „Herzlich willkommen“ sagt nichts. „Catering für Firmenfeiern in Leipzig“ sagt das Nötige.
- Ein Beleg. Kundenstimmen, Referenzen, Zahlen, Logos, Fotos echter Arbeit. Irgendetwas, das deine Behauptung stützt, bevor du weiterredest.
- Der Überblick. Was du anbietest, in drei bis sechs Punkten. Von hier gehen die Besucher in die Tiefe.
- Der nächste Schritt. Genau einer, und er sollte offensichtlich sein. Anrufen, anfragen, Termin machen. Zwei gleich starke Schaltflächen nebeneinander wirken wie eine Auswahl, sind aber eine offene Frage.
- Die Erreichbarkeit. Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten, wenn es welche gibt. Sichtbar, nicht nur im Impressum vergraben.
Mehr braucht keine Startseite. Alles Weitere ist eine Entscheidung, die du begründen können solltest.
Die Reihenfolge folgt drei Fragen
Wer eine Startseite von oben nach unten liest, stellt meistens drei Fragen in dieser Reihenfolge.
Bin ich hier richtig? Das entscheidet sich in Sekunden. Bleibt die Antwort aus, steigt ein guter Teil der Besucher wieder aus. Deshalb steht die erste Zeile oben und nicht das Firmenjubiläum.
Kann ich dir glauben? Erst wenn jemand weiß, dass er richtig ist, interessiert ihn, ob du taugst. Hier gehören Belege hin. Behauptungen über die eigene Qualität zählen nicht.
Was mache ich jetzt? Diese Frage kommt zuletzt, und sie kommt nur, wenn die ersten beiden gut ausgegangen sind. Ein Kontaktbutton ganz oben, bevor irgendetwas erklärt wurde, fragt nach der Telefonnummer, bevor man sich vorgestellt hat.
Nicht jeder läuft diesen Weg. Der Stammkunde sucht die Nummer, der Preisvergleicher scrollt zu den Zahlen. Für alle, die dich zum ersten Mal sehen, trägt die Reihenfolge trotzdem. Wie Menschen eine Seite abtasten, statt sie zu lesen, steht ausführlicher im Beitrag über das Leseverhalten im Web.
Der schnellste Test: lies nur die Überschriften
Überflieg deine Startseite und lies ausschließlich die Überschriften hintereinander. Ergeben sie einen Ablauf, der jemanden von „wer seid ihr“ zu „so nehme ich Kontakt auf“ führt, ist die Seite in Ordnung. Klingen sie wie eine Aufzählung austauschbarer Kapitel, liegt es selten an der Reihenfolge. Dann sind es zu viele Blöcke.
Wie lang darf eine Startseite sein?
Diese Frage stellt mir fast jeder, und sie geht am Problem vorbei. Kürzen ist nicht das Ziel, Streichen schon. Eine lange Seite mit fünf sauberen Blöcken funktioniert. Eine kurze Seite mit fünfzehn Fragmenten funktioniert nicht.
Was nicht auf die Startseite gehört
Der Slider mit fünf Botschaften. Eine Botschaft, die alle paar Sekunden ausgetauscht wird, ist keine Botschaft. Meistens ist der Slider ein ungelöster Streit darüber, was oben stehen soll. Entscheide den Streit, statt ihn zu automatisieren.
Das Leitbild ganz oben. „Qualität, Vertrauen, Leidenschaft“ steht auf sehr vielen Websites und unterscheidet dich von keiner davon. Wenn dir deine Werte wichtig sind, zeig sie an einer echten Entscheidung, die du getroffen hast.
Die vollständige Leistungsliste. Vierzig Punkte auf der Startseite heißt: Der Besucher soll deine Arbeit sortieren. Das ist dein Job. Sechs Oberpunkte, dahinter Unterseiten. Beim Onepager stehen sie gleich darunter, dazu unten mehr.
Aktuelles, das nicht aktuell ist. Ein Newsbereich, dessen letzter Eintrag zwei Jahre alt ist, sagt etwas über deinen Betrieb, das du nicht sagen wolltest. Entweder pflegen oder weg.
Alles doppelt. Dieselbe Aussage in Hero, Fließtext und Kasten macht die Seite länger, aber nicht überzeugender.
Manches davon ist weiter unten völlig in Ordnung. Ein Leitbild im letzten Drittel kostet niemanden etwas. Es hat nur oben nichts zu suchen, wo die Frage „bin ich hier richtig“ noch offen ist.
Ein Beispiel aus der eigenen Werkstatt
Bei Heindorf Catering, einer Seite, die ich gebaut habe, lautet die Überschrift schlicht „Catering Leipzig“. Leistung und Ort. Das „für wen“ fehlt dort bewusst: Gebucht wird für Hochzeiten, Firmenfeiern und private Anlässe, und eine Zielgruppe in der Überschrift hätte zwei Drittel davon ausgeschlossen.
Direkt darunter steht der Abschnitt „Was unsere Gäste sagen.“. Der Leistungskatalog folgt erst danach mit „Was wir für Sie tun.“, dann kommt „Welcher Anlass führt Sie zu uns?“. Das ist die Frage-Reihenfolge von oben, in Blöcke übersetzt. Wer Catering für seine Firmenfeier sucht, weiß nach der Überschrift, dass er richtig ist. Seine nächste Frage gilt nicht der Zahl der Menüvarianten, sondern der Qualität. Der Katalog kann warten.
Über der Überschrift steht dort in Versalien ein Kicker: „ENTERTAINMENT TRIFFT PROFESSIONALITÄT“. Genau der Typ Satz, den ich im Abschnitt davor abräume. Solche Kicker sitzen auf der Seite über jedem Abschnitt, sie gehören zum Gestaltungsraster. Dass ausgerechnet der im Hero noch dasteht, hat einen banalen Grund: Er stört den Kunden nicht, und ich habe ihn bisher nicht zur Sprache gebracht. Beim nächsten Durchgang kommt er weg.
Wenn die Startseite die ganze Website ist
Bei vielen kleinen Betrieben ist die Startseite die Website. Für einen überschaubaren Betrieb ist das oft die ehrlichere Lösung. Die fünf Blöcke bleiben. Der Überblick verteilt dann nicht mehr, er liefert: Statt sechs Kacheln, die auf Unterseiten zeigen, stehen die Leistungen direkt untereinander.
Wichtig ist dann, den Unterschied zur Landingpage zu kennen. Eine Landingpage verfolgt ein Ziel und lässt bewusst alles andere weg, eine Startseite empfängt Leute, die aus ganz verschiedenen Gründen kommen. Was wohin gehört, steht im Vergleich Landingpage vs. Startseite.
Wie du die Blöcke einer Seite als Karten denkst und ordnest, steht im Beitrag zur Struktur einer Webseite. Planst du die ganze Website und nicht nur die Startseite, führt dich der Guide zur Website-Struktur Schritt für Schritt durch Sammeln, Sortieren und Streichen.
Und wenn du merkst, dass du seit einer halben Stunde Blöcke hin und her schiebst, statt zu entscheiden, was weg kann: Genau diese Arbeit nehme ich ab. Wie das abläuft und was es kostet, steht auf der Seite zu meinem Webdesign-Angebot.
Häufige Fragen
Wie viele Punkte gehören ins Hauptmenü?
Fünf bis sieben. Darüber fängt man an zu lesen, statt zu erfassen. Wenn du beim Zählen ins Stocken kommst, ist selten das Menü zu klein. Meist ist die Struktur dahinter unsortiert.
Muss ein Kontaktformular auf die Startseite?
Nein, aber ein klarer Weg zum Kontakt muss drauf. Bei Betrieben, die telefonisch beauftragt werden, ist eine gut sichtbare Nummer oft wirksamer als ein Formular. Das Formular kann auf der Kontaktseite stehen.
Gehören Preise auf die Startseite?
Wenn du welche nennen kannst, ja, und zwar im Beleg-Block statt als eigener sechster Baustein. Eine Preisspanne oder ein Ab-Preis beantwortet die häufigste stille Frage und spart dir Anfragen, die ohnehin nicht passen. Wird jedes Projekt einzeln kalkuliert, gehört stattdessen hin, wovon der Preis abhängt.
Muss ich mein Team auf der Startseite zeigen?
Ein Gesicht hilft, besonders bei Einzelunternehmen und in beratenden Berufen. Es muss kein Teamfoto sein. Ein echtes Bild von dir bei der Arbeit wirkt meist besser als ein Gruppenbild vor weißer Wand.
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