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Webdesign5. März 2026

Struktur einer Webseite: was auf die Startseite gehört

Fünf Blöcke reichen, die Reihenfolge folgt drei Besucherfragen. Welche vier Karten dazukommen dürfen und was runter kann, an einer echten Leipziger Seite gezeigt.

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Die Struktur einer Webseite zeigt sich zuerst auf der Startseite. Die kurze Antwort: Eine Startseite besteht aus Blöcken, und jeder Block hat genau eine Aufgabe. Was auf die Startseite gehört, sind fünf davon: die erste Zeile, ein Beleg, der Überblick, der nächste Schritt, die Erreichbarkeit. Das gilt für die Schreinerei wie für die Steuerkanzlei.

Die längere Antwort ist unbequemer. Fast jede Startseite, die ich in die Hand bekomme, hat diese fünf Blöcke längst. Sie hat nur noch fünfzehn weitere dazu: den Messestand vom letzten Herbst, das Leitbild, den Newsletter, die Auszeichnung von 2019. Das Problem ist selten eine Lücke. Es ist, dass alles drauf will.

Die fünf Blöcke, die auf jede Startseite gehören

Die erste Zeile.

Was du machst und wo, dazu für wen, wenn das deine Zielgruppe schärft. Keine Begrüßung, kein Slogan, der ohne Vorwissen nichts bedeutet. „Herzlich willkommen“ sagt nichts. „Schreinerei in Leipzig-Plagwitz“ sagt das Nötige.

Ein Beleg.

Kurz und weit oben: Logos, eine Zahl, eine Kundenstimme, Fotos echter Arbeit. Irgendetwas, das deine Behauptung stützt, bevor du weiterredest.

Der Überblick.

Was du anbietest, in drei bis sechs Punkten, jeder mit einem Nutzen und nicht nur einem Namen. Von hier gehen die Besucher auf die Unterseiten.

Der nächste Schritt.

Genau einer, und er sollte offensichtlich sein: anrufen, anfragen, Termin machen. Zwei gleich starke Schaltflächen nebeneinander wirken wie eine Auswahl, sind aber eine offene Frage.

Die Erreichbarkeit.

Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten, wenn es welche gibt. Sichtbar und unten im Footer gesammelt, zusammen mit Impressum, Datenschutz und Navigation.

Mehr braucht keine Startseite. Alles Weitere ist eine Entscheidung, die du begründen können solltest.

Die Reihenfolge folgt drei Fragen

Wer eine Startseite von oben nach unten liest, stellt meistens drei Fragen, und zwar in dieser Reihenfolge.

Bin ich hier richtig? Das entscheidet sich in Sekunden. Bleibt die Antwort aus, steigt ein guter Teil der Besucher wieder aus. Deshalb steht die erste Zeile oben und das Firmenjubiläum irgendwo weiter unten, wenn überhaupt.

Kann ich dir glauben? Erst wenn jemand weiß, dass er richtig ist, interessiert ihn, ob du taugst. Der Beleg gehört darum über die Leistungsliste. Behauptungen über die eigene Qualität zählen hier nicht.

Was mache ich jetzt? Diese Frage kommt zuletzt, und sie kommt nur, wenn die ersten beiden gut ausgegangen sind. Eine Telefonnummer in der Kopfzeile ist in Ordnung. Der große Anfrage-Aufruf gehört aber hinter die Belege: Ganz oben, bevor irgendetwas erklärt wurde, will er die Unterschrift vor dem Handschlag.

Nicht jeder läuft diesen Weg. Der Stammkunde sucht die Nummer, der Preisvergleicher scrollt zu den Zahlen. Für alle, die dich zum ersten Mal sehen, trägt die Reihenfolge trotzdem. Wie Menschen eine Seite abtasten, statt sie zu lesen, steht im Beitrag über das Leseverhalten im Web.

In der Demo unten liegen neun Karten: die fünf Pflichtblöcke und vier, die oft dazukommen, geordnet nach den drei Fragen. Tipp eine an, dann steht darunter, welchen Job sie hat.

Vier Karten, die einen Grund brauchen

Neben den fünf Pflichtblöcken tauchen immer wieder dieselben vier Kandidaten auf. Keiner davon ist falsch, aber jeder muss sich seinen Platz verdienen.

Für wen ist das?

Sinnvoll bei mehreren Zielgruppen. Die Karte zeigt typische Situationen, damit sich jeder wiederfindet, ohne eine Liste zu lesen.

Referenzen.

Typisch im B2B, wo Kunden vor der Anfrage sehen wollen, was bei anderen herauskam. Zwei, drei Fälle mit Aufgabe und Ergebnis reichen.

Über dich.

Bei Einzelunternehmen und beratenden Berufen, wo die Person das Angebot ist. Ein echtes Foto und drei Sätze Haltung, kein Leitbild.

Ausführliche Kundenstimmen.

Weiter unten, wenn der kurze Beleg oben nicht reicht. Konkret müssen sie sein: was sich für den Kunden geändert hat, nicht „super Zusammenarbeit“.

Was nicht auf die Startseite gehört

Der Slider mit fünf Botschaften

Eine Botschaft, die alle paar Sekunden ausgetauscht wird, ist keine Botschaft. Meistens ist der Slider ein ungelöster Streit darüber, was oben stehen soll. Entscheide den Streit, statt ihn zu automatisieren.

Das Leitbild ganz oben

„Qualität, Vertrauen, Leidenschaft“ steht auf sehr vielen Websites und unterscheidet dich von keiner davon. Wenn dir deine Werte wichtig sind, zeig sie an einer echten Entscheidung, die du getroffen hast.

Die vollständige Leistungsliste

Vierzig Punkte auf der Startseite heißt: Der Besucher soll deine Arbeit sortieren. Das ist dein Job. Sechs Oberpunkte, dahinter Unterseiten.

Aktuelles, das nicht aktuell ist

Ein Newsbereich, dessen letzter Eintrag zwei Jahre alt ist, sagt etwas über deinen Betrieb, das du nicht sagen wolltest. Entweder pflegen oder weg.

Manches davon ist weiter unten völlig in Ordnung. Ein Leitbild im letzten Drittel kostet niemanden etwas. Oben stört es, solange die Frage „bin ich hier richtig“ noch offen ist.

Der schnellste Test: lies nur die Überschriften

Überflieg deine Startseite und lies ausschließlich die Überschriften hintereinander. Ergeben sie einen Ablauf, der jemanden von „wer seid ihr“ zu „so nehme ich Kontakt auf“ führt, ist die Struktur in Ordnung. Klingen sie wie eine Aufzählung austauschbarer Kapitel, sind es meistens zu viele Blöcke.

Daraus folgt auch die Antwort auf die Frage, wie lang eine Startseite sein darf: Die Länge ist nicht das Problem, die Zahl der Blöcke schon. Eine lange Seite mit fünf sauberen Blöcken funktioniert. Eine kurze Seite mit fünfzehn Fragmenten nicht.

Ein Beispiel aus der eigenen Werkstatt

Bei Heindorf Catering, einer Seite, die ich gebaut habe, lautet die Überschrift schlicht „Catering Leipzig“. Leistung und Ort. Das „für wen“ fehlt dort bewusst: Gebucht wird für Hochzeiten, Firmenfeiern und private Anlässe, und eine Zielgruppe in der Überschrift hätte zwei der drei Anlässe ausgeschlossen.

Direkt darunter steht der Abschnitt „Was unsere Gäste sagen.“. Der Leistungskatalog folgt erst danach mit „Was wir für Sie tun.“, dann kommt „Welcher Anlass führt Sie zu uns?“. Das „für wen“ aus der Überschrift steckt in dieser Karte: Jeder sucht sich seinen Anlass selbst heraus. Das ist die Frage-Reihenfolge von oben, in Blöcke übersetzt. Wer Catering für seine Firmenfeier sucht, weiß nach der Überschrift, dass er richtig ist. Seine nächste Frage gilt der Qualität, die Zahl der Menüvarianten kann warten.

Wenn die Startseite die ganze Website ist

Bei vielen kleinen Betrieben ist die Startseite die Website. Für einen überschaubaren Betrieb ist das oft die ehrlichere Lösung. Die fünf Blöcke bleiben. Der Überblick verteilt dann nicht mehr, er liefert: Statt sechs Kacheln, die auf Unterseiten zeigen, stehen die Leistungen direkt untereinander. Wichtig ist, den Unterschied zur Landingpage zu kennen, die ein einziges Ziel verfolgt und bewusst alles andere weglässt. Was wohin gehört, steht im Vergleich Landingpage vs. Startseite.

Planst du die ganze Website und nicht nur die Startseite, führt dich der Guide zur Website-Struktur durch Sammeln, Sortieren und Streichen. Und wenn du merkst, dass du seit einer halben Stunde Blöcke hin und her schiebst, statt zu entscheiden, was weg kann: Genau diese Arbeit nehme ich ab. Wie das abläuft und was es kostet, steht auf der Seite zu meinem Webdesign-Angebot.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge sollten die Blöcke einer Startseite stehen?

Erst die Orientierung (was, wo, für wen), dann ein Beleg, dann der Überblick über die Leistungen, dann ein einziger nächster Schritt, dazu die Erreichbarkeit. Die Reihenfolge folgt den drei Fragen, die Besucher nacheinander stellen: Bin ich richtig? Kann ich dir glauben? Was mache ich jetzt?

Wie viele Punkte gehören ins Hauptmenü?

Meist reichen fünf bis sieben. Darüber fängt man an zu lesen, statt zu erfassen. Kommst du beim Zählen ins Stocken, liegt es selten am Menü. Meist ist die Struktur dahinter unsortiert.

Muss ein Kontaktformular auf die Startseite?

Nein, aber ein klarer Weg zum Kontakt muss drauf. Bei Betrieben, die telefonisch beauftragt werden, ist eine gut sichtbare Nummer oft wirksamer als ein Formular. Das Formular kann auf der Kontaktseite stehen.

Gehören Preise auf die Startseite?

Wenn du welche nennen kannst, ja, im Überblick bei den Leistungen und nicht als eigener Block. Eine Preisspanne oder ein Ab-Preis beantwortet eine Frage, die fast jeder hat, und spart dir Anfragen, die ohnehin nicht passen. Wird jedes Projekt einzeln kalkuliert, gehört stattdessen hin, wovon der Preis abhängt.

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