Das Gutenberg-Diagramm
Das Gutenberg-Diagramm beschreibt, wie Augen eine Seite scannen. Was das für dein Print-Layout bedeutet – und wie du den Lesefluss gezielt steuerst.

Was ist das Gutenberg-Diagramm?
Das Gutenberg-Diagramm zeigt die natürliche Blickbewegung beim Lesen von oben links nach unten rechts – in einer Art diagonaler Linie.
Dabei entstehen vier Zonen auf der Seite:

- Primärer optischer Bereich (oben links)
→ Hier beginnt unser Blick. Ein perfekter Platz für das Logo oder eine starke Headline. - Starker Folgebereich(oben rechts)
→ Hier schweifen die Augen hin, aber nur kurz. Ich nutze diesen Bereich oft für ergänzende Infos oder Call-to-Actions. - Schwacher Folgebereich (unten links)
→ Dieser Bereich wird schnell übersehen. Ich platziere hier nie etwas, das wichtig ist. - Zielbereich (unten rechts)
→ Hier landet der Blick am Ende. Ein idealer Ort für Kontaktinfos, ein Logo oder die finale Botschaft.
Warum das wichtig ist
Das Gutenberg-Diagramm funktioniert besonders gut für Layouts mit gleichmäßigem Textfluss (z. B. Flyer, Broschüren oder Magazine).
- Es sorgt dafür, dass Headlines nicht verpuffen.
- Es macht den Lesefluss intuitiv und angenehm.
- Es stellt sicher, dass Call-to-Actions dort stehen, wo man sie erwartet.

Ein gutes Beispiel dafür ist der ExpertenReport aus Leipzig, bei dem ich das Gutenberg-Diagramm gezielt eingesetzt habe. Auf einer Doppelseite sorgt die Hero-Section oben links für einen starken Einstieg, während der Fließtext in den Bereichen zwei und drei die Inhalte vertieft. Im Terminalbereich unten rechts rundet ein Infotext mit Bild die Seite ab und führt den Leser elegant zum Abschluss. So entsteht ein Layout, das die Leseführung optimal unterstützt und Inhalte wirkungsvoll transportiert.
Gutenberg-Diagramm vs. andere Lesefluss-Modelle
Das Gutenberg-Diagramm ist nicht das einzige Modell. Für manche Projekte nutze ich auch andere Ansätze:

- Z-Lesefluss
→ Besonders geeignet für Anzeigen oder Landingpages, wo die Aufmerksamkeit in Sprüngen geführt wird. - F-Lesemuster
→ Typisch für Webseiten oder längere Textseiten. Nutzer scannen zuerst horizontal, dann vertikal.
Meine Tipps für die Praxis
Wenn du das Gutenberg-Diagramm für dein eigenes Layout nutzen willst, achte auf Folgendes:
- Setze deine Headline oben links. Dort beginnt der Blick.
- Platziere wichtige Infos unten rechts. Das ist der natürliche Schlusspunkt.
- Halte den oberen rechten Bereich clean. Sonst springt das Auge ab.
- Vermeide, Wichtiges unten links zu verstecken. Das ist die schwächste Zone.
Häufige Fragen
Für welche Printprodukte eignet sich das Gutenberg-Diagramm am besten?
Das Gutenberg-Diagramm funktioniert besonders gut bei klassischen Printmedien mit gleichmäßigem Textfluss, zum Beispiel bei Flyern, Broschüren, Magazinen oder Plakaten.
Ist das Gutenberg-Diagramm auch heute noch relevant?
Ja, definitiv. Auch wenn viele Inhalte digital konsumiert werden, bleibt die Blickführung im Printdesign entscheidend, um Botschaften klar und effektiv zu platzieren.
Was unterscheidet das Gutenberg-Diagramm vom Z- oder F-Lesemuster?
Das Gutenberg-Diagramm zeigt den natürlichen, diagonalen Lesefluss. Das Z-Muster ist ideal für Anzeigen und kurze Inhalte, während das F-Muster vor allem auf Webseiten zum Einsatz kommt.
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