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Print5. März 2026

Das Gutenberg-Diagramm: Blickführung im Printdesign

Das Gutenberg-Diagramm kurz erklärt: vier Zonen der Blickführung, wohin Headline, CTA und Logo gehören und ein Praxisbeispiel aus dem Magazinlayout.

Definition

Was ist das Gutenberg-Diagramm?

Das Gutenberg-Diagramm zeigt die natürliche Blickbewegung beim Lesen von oben links nach unten rechts, in einer Art diagonaler Linie.
Dabei entstehen vier Zonen auf der Seite:

Grafik des Gutenberg-Diagramms: Vier Zonen im Printdesign – primäre optische Zone oben links, starke Nebenfläche oben rechts, schwache Nebenfläche unten links, Terminalbereich unten rechts.
Die vier Zonen des Gutenberg-Diagramms, von der primären optischen Zone oben links bis zum Terminalbereich unten rechts.
  1. Primäre optische Zone (oben links)
    → Hier beginnt unser Blick. Ein perfekter Platz für das Logo oder eine starke Headline.
  2. Starke Nebenfläche (oben rechts)
    → Hier schweifen die Augen hin, aber nur kurz. Ich nutze diesen Bereich für Sekundäres: Absender, Datum, eine Rubrik. Nichts, was den Blick festhalten muss.
  3. Schwache Nebenfläche (unten links)
    → Dieser Bereich wird schnell übersehen. Ich platziere hier nie etwas, das wichtig ist.
  4. Terminalbereich (unten rechts)
    → Hier landet der Blick am Ende. Ein idealer Ort für den Call-to-Action, Kontaktinfos oder die finale Botschaft.

Praxis

Warum das wichtig ist

Das Gutenberg-Diagramm funktioniert besonders gut für Layouts mit gleichmäßigem Textfluss (z. B. Broschüren, Magazine oder Geschäftsberichte).

  • Es sorgt dafür, dass Headlines nicht verpuffen.
  • Es macht den Lesefluss intuitiv und angenehm.
  • Es stellt sicher, dass Call-to-Actions dort stehen, wo man sie erwartet.
Doppelseite aus dem ExpertenReport aus Leipzig: Hero-Section oben links, Fließtext in den mittleren Bereichen und Infotext mit Bild unten rechts nach dem Gutenberg-Diagramm angeordnet.
Doppelseite aus dem ExpertenReport (Leipzig): 1. Hero-Section oben links als Einstieg, 2. und 3. Fließtext, 4. Infotext mit Bild im Terminalbereich.

Ein Beispiel aus meiner Arbeit ist der ExpertenReport aus Leipzig (Doppelseite oben). Die Alternative wäre gewesen, den Infokasten unten links zu platzieren, wo Platz war. Genau dort schaut aber fast niemand hin. Deshalb sitzt er im Terminalbereich: Der Blick landet dort von selbst, ganz ohne gestalterische Tricks.

Alternativen

Gutenberg-Diagramm vs. andere Lesefluss-Modelle

Das Gutenberg-Diagramm ist nicht das einzige Modell. Für manche Projekte nutze ich auch andere Ansätze:

Grafik mit Z-Muster und F-Muster: Z-Muster zeigt diagonalen Blickverlauf in Z-Form, F-Muster verdeutlicht horizontale und vertikale Scanlinien für textreiche Layouts.
Vergleich der Lesefluss-Modelle: Das Z-Muster lenkt den Blick in Sprüngen über die Seite, während das F-Muster vor allem bei textlastigen Layouts genutzt wird, um horizontale und vertikale Scans zu unterstützen.
  • Z-Lesefluss
    → Besonders geeignet für Anzeigen oder Landingpages, wo die Aufmerksamkeit in Sprüngen geführt wird. Wie lange Blicke auf Printanzeigen wirklich verweilen, zeigt der Beitrag zum Leseverhalten bei Print-Werbung.
  • F-Lesemuster
    → Typisch für Webseiten oder längere Textseiten. Nutzer scannen zuerst horizontal, dann vertikal. Was das fürs Netz bedeutet, steht im Beitrag über das Leseverhalten im Web.

Dieselbe Blickführungs-Logik stecke ich übrigens auch in Bildschirm-Layouts: Bei meinen Webseiten entscheidet sie, wo Headline, Inhalt und Kontakt stehen.

Meine Tipps für die Praxis

Wenn du das Gutenberg-Diagramm für dein eigenes Layout nutzen willst, achte auf Folgendes:

  • Setze deine Headline oben links. Dort beginnt der Blick.
  • Platziere wichtige Infos unten rechts. Das ist der natürliche Schlusspunkt.
  • Halte den oberen rechten Bereich clean. Sonst springt das Auge ab.
  • Vermeide, Wichtiges unten links zu verstecken. Das ist die schwächste Zone.

Mehr braucht es meistens nicht. Das Gutenberg-Diagramm ist kein Gesetz, sondern eine Voreinstellung des Auges. Wer sie kennt, gestaltet mit dem Blick statt gegen ihn.

Häufige Fragen

Für welche Printprodukte eignet sich das Gutenberg-Diagramm am besten?

Das Gutenberg-Diagramm funktioniert besonders gut bei klassischen Printmedien mit gleichmäßigem Textfluss, zum Beispiel bei Flyern, Broschüren, Magazinen oder Plakaten.

Ist das Gutenberg-Diagramm auch heute noch relevant?

Ja, definitiv. Auch wenn viele Inhalte digital konsumiert werden, bleibt die Blickführung im Printdesign entscheidend, um Botschaften klar und effektiv zu platzieren.

Was unterscheidet das Gutenberg-Diagramm vom Z- oder F-Lesemuster?

Das Gutenberg-Diagramm zeigt den natürlichen, diagonalen Lesefluss. Das Z-Muster ist ideal für Anzeigen und kurze Inhalte, während das F-Muster vor allem auf Webseiten zum Einsatz kommt.

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